Bruno: 11 Monate alt

Vogelkino und Lockdown-Kollege: Wie Bruno den Winter verbracht hat

Im Januar 2021 war wieder Lockdown, ich war wieder im Homeoffice – und Bruno fand das hervorragend. Er hatte sich einen festen Platz auf dem Schreibtisch neben dem Monitor gesichert, genau dort, wo die Wärme des Laptops ankommt. Ab und zu legte er eine Pfote auf die Tastatur. Einfach so. Um zu zeigen, dass er da ist.

Die Mail an den Chef

An einem Mittwoch hat er dabei eine Mail an meinen Chef geschickt. Inhalt: „ffffffffffffffffffffff“. Ich habe es erst gemerkt, als die Antwort kam: „Grüße an Bruno.“ Seitdem sperre ich den Bildschirm, wenn ich aufstehe. Bruno hat das als persönliche Beleidigung aufgefasst.

Das Vogelhäuschen

Um ihn ein bisschen vom Schreibtisch wegzulocken, habe ich ein Vogelhäuschen vor das Wohnzimmerfenster gehängt. Ich hatte nicht damit gerechnet, was das auslösen würde.

Seitdem hat Bruno ein Fernsehprogramm. Meisen, Spatzen, ein Rotkehlchen, gelegentlich eine Amsel, die sich mit den Spatzen streitet. Bruno sitzt stundenlang auf der Fensterbank, den Schwanz zuckend, die Ohren nach vorne gedreht, und macht dieses leise Keckern, das Katzen machen, wenn sie Beute sehen, die sie nicht erreichen können. Es klingt ein bisschen wie ein kaputter Rasensprenger.

Für die Vögel ist das völlig ungefährlich – zwischen ihnen und Bruno liegt eine Scheibe. Für Bruno ist es eine fantastische Beschäftigung. Er jagt mit den Augen, ohne dass jemand zu Schaden kommt. Was das Keckern und andere Katzenlaute bedeuten, erklärt der Ratgeber Katzensprache verstehen.

Warum Fensterplätze so wichtig sind

Wohnungskatzen brauchen Abwechslung. Ein Fensterplatz mit Aussicht ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Möglichkeiten: Er liefert Bewegung, Geräusche und Gerüche, ohne dass die Katze die Wohnung verlassen muss. Bei uns war das Fensterbrett im Wohnzimmer leider zu schmal für einen fast fünf Kilo schweren Kater. Bruno hat es trotzdem jeden Tag versucht. Der Schwanz und ein Hinterbein hingen dabei immer herunter.

Also habe ich ein breiteres Brett mit Kissen montiert. Er hat es zwei Tage ignoriert und liegt seitdem nirgendwo anders. Wer kein Brett anbringen kann: Es gibt Fensterliegen mit Saugnäpfen. Worauf man achten muss, steht im Artikel Fensterliege und Heizungsliege.

Mehr Ideen für den Winter

Weil Bruno im Winter weniger tobt, habe ich mir ein Wochenprogramm überlegt: Montag Federangel, Dienstag Kartonburg, Mittwoch Futtersuche, Donnerstag Tunnel, Freitag Federangel (weil Federangel). Am Wochenende gibt es eine neue Spielmaus oder einen Karton von der letzten Bestellung. Klingt übertrieben, funktioniert aber. Mehr Ideen im Ratgeber Beschäftigung für Katzen.

Und wenn ich selbst mal eine Pause brauche, spielen wir zusammen eine Runde in der Spielecke – ich rate die Rasse, Bruno schläft daneben. Teamwork.

Was Bruno dabei gelernt hat

Ich habe inzwischen gelernt, Brunos Keckern zu deuten. Ein kurzes Keckern: Spatz. Ein langes, aufgeregtes Keckern mit Schwanzpeitschen: Amsel. Ein Keckern, bei dem er sich zu mir umdreht: Er findet, dass ich endlich dieses Fenster öffnen sollte. Ich öffne es nicht. Er akzeptiert das. Meistens.

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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.

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