Die erste Adventszeit mit Katze ist wie die erste Adventszeit überhaupt: Man sieht plötzlich alles mit neuen Augen. In meinem Fall mit den Augen eines neun Monate alten Katers, der jede Kerze, jedes Band und jede Tannennadel für ein persönliches Geschenk hält.
Der Adventskranz und die Tannennadeln
Ich habe einen Adventskranz mit LED-Kerzen gekauft. Echte Flammen und ein neugieriger Kater mit buschigem Schwanz – das wollte ich nicht ausprobieren. Bruno hat genau eine Minute gebraucht, um auf den Tisch zu springen und an den Tannenzweigen zu knabbern. Der Kranz steht seitdem auf dem Fensterbrett im Arbeitszimmer, dessen Tür geschlossen bleibt.
Tannennadeln, Engelshaar, Lametta, Geschenkband: In der Adventszeit liegt plötzlich viel herum, was Katzen nicht fressen sollten. Nach der Schnur-Nacht im August war ich doppelt vorsichtig. Was in der dunklen Jahreszeit gefährlich ist, steht im Artikel Kerzen, Lichterketten und Co..
Nikolaus
Am 6. Dezember stand ein Stiefel vor Brunos Napf. Darin: eine Spielmaus mit Katzenminze und drei Leckerli. Er hat zuerst den Stiefel umgeworfen, dann die Leckerli gefressen und dann eine halbe Stunde lang die Maus durch die Wohnung geprügelt. Die Katzenminze wirkt bei ihm hervorragend – danach lag er eine Viertelstunde verträumt auf dem Rücken. Welche Geschenke Katzen wirklich lieben, steht im Artikel Leckerli und Geschenke für Katzen.
Der Weihnachtsbaum
Ich war vorbereitet. Schwerer Ständer, zusätzlich mit einer Schnur an der Wand befestigt. Unten nur Kugeln aus Holz und Stoff, Glas nach oben. Kein Lametta, kein Engelshaar. Das Baumwasser abgedeckt. Und die ersten zwei Tage stand der Baum ganz ohne Schmuck da, damit Bruno ihn in Ruhe untersuchen konnte.
Er hat ihn untersucht. Gründlich. Von unten, von der Seite und einmal, ganz kurz, von innen. Dann hat er das Interesse verloren – bis ich die Lichterkette eingeschaltet habe. Seitdem sitzt er abends davor und betrachtet jedes einzelne Lämpchen, als wäre es ein Kunstwerk. Das Kabel ist natürlich gesichert. Alle Tipps für einen katzensicheren Baum, und welche Weihnachtspflanzen giftig sind, stehen im Artikel Weihnachten mit Katze.
Der beste Freund: ein Plüschbär
Meine Nichte hatte bei ihrem Besuch einen kleinen Plüschbären vergessen. Bruno hat ihn adoptiert. Er schläft mit ihm, putzt ihn, liegt auf dem Rücken mit dem Bären im Arm. Meine Nichte hat großzügig gesagt, Bruno dürfe ihn behalten. Ich habe vorher alle Knöpfe und das Halsband abgemacht, damit nichts verschluckt werden kann.
Heiligabend
Heiligabend war klein in diesem Jahr. Bruno bekam eine neue Federangel – und den großen Karton, in dem sie geliefert wurde. Rate mal, womit er gespielt hat. Seit dem Sommer weiß ich: Ein Karton schlägt jedes Geschenk. Ich habe zwei Löcher hineingeschnitten, und er wohnt jetzt darin.
Beim Essen hat er sehnsüchtig zum Braten geschaut. Er bekam ein kleines Stück ungewürzte Putenbrust auf einem eigenen Teller – keine Knochen, keine Soße, keine Zwiebeln. Zwiebeln und Knoblauch sind für Katzen giftig, auch gekocht. Was sonst nicht in den Katzennapf gehört, steht im Artikel Diese Lebensmittel sind für Katzen giftig.
Danach hat er neben dem Baum geschlafen, eine Pfote auf dem Bären. Das war mein schönstes Weihnachten seit Langem.
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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.
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