Der 19. Juli 2022 war einer der heißesten Tage, die ich je erlebt habe. In vielen Teilen Deutschlands wurden fast 40 Grad gemessen. Bei uns in der Wohnung waren es trotz aller Vorsicht 31 Grad. Und mittendrin ein Kater mit halblangem Fell.
Unser Hitzeplan
Ich hatte schon am Vortag vorbereitet. Rollläden unten, alle. Morgens um fünf habe ich alle Fenster aufgerissen und die kühle Nachtluft hereingelassen, um sieben wieder alles dicht gemacht. Drei Wassernäpfe in der Wohnung verteilt, der Trinkbrunnen frisch gefüllt. Nasse Handtücher auf die Fliesen im Bad gelegt. Ein Kühlakku, in ein Tuch gewickelt, in Brunos Höhle.
Bruno lag den ganzen Tag flach und hat sich kaum bewegt. Auf den nassen Handtüchern, dann vor dem Ventilator, dann wieder auf den Fliesen. Ich habe ihn beobachtet wie ein Bodyguard: Atmete er normal? Hechelte er? War er ansprechbar?
Bruno und der Ventilator
Den Standventilator hatte ich eigentlich für mich gekauft. Bruno hat ihn übernommen. Er legt sich genau davor, lässt sich das Fell zerzausen und schließt dabei genießerisch die Augen. Die Halskrause flattert im Wind wie eine Fahne. Mein Schreibtisch war dafür heiß. Aber wer bin ich, einem Kater seine Klimaanlage zu nehmen.
Wichtig: Den Ventilator nicht direkt und dauerhaft auf die Katze richten, und das Gitter muss so eng sein, dass keine Pfote hindurchpasst. Bruno hat einmal versucht, die Rotorblätter zu fangen. Das Gitter hat gehalten.
Woran man einen Hitzschlag erkennt
Katzen schwitzen nur über die Pfotenballen und kühlen sich vor allem durch Ruhe und kühle Liegeplätze. Wird es zu heiß, droht ein Hitzschlag. Die Warnzeichen: Hecheln mit offenem Maul (bei Katzen immer ein Alarmzeichen), Unruhe, Taumeln, stark gerötete Schleimhäute, Erbrechen. Dann heißt es: an einen kühlen Ort bringen, feuchte – nicht eiskalte – Tücher auf Pfoten und Bauch, und sofort in die Tierarztpraxis.
Bruno hat zum Glück nicht gehechelt. Er hat nur sehr deutlich gemacht, dass er von diesem Wetter nichts hält. Abends um zehn, als es draußen endlich kühler wurde, hat er wieder gespielt. Als wäre nichts gewesen. Alle Tipps für solche Tage stehen im Artikel Hitze und Katzen.
Was ich in diesem Sommer gelernt habe
Nassfutter hilft bei Hitze – es enthält rund 80 Prozent Wasser. Ich habe zusätzlich etwas Wasser untergerührt, das nimmt Bruno ohne Murren an. Aber Vorsicht: Nassfutter nicht stundenlang in der Wärme stehen lassen, es verdirbt schnell. Wie man Futter auch im Sommer richtig lagert, steht im Artikel Katzenfutter richtig lagern.
Weiße Ohren und Nasen bekommen leicht Sonnenbrand – Brunos Ohren sind zum Glück dunkel, aber bei weißen Katzen sollte man mittags vorsichtig sein. Und: Niemals eine Katze im Auto lassen. Auch nicht „nur kurz“. Ein Auto heizt sich in Minuten auf über 50 Grad auf.
Sommerpause
Wir haben beide beschlossen, dass Juli ein Monat zum Liegen ist. Bruno liegt auf den Fliesen, ich liege auf dem Sofa, und wir sehen uns gegenseitig dabei zu. Manchmal miaut er leise, als wollte er sagen: Mach doch was. Ich mache nichts. Er auch nicht. Es ist der faulste und glücklichste Monat des Jahres.
Passend dazu auf miauzoo
RatgeberHitze und Katzen: So kommt deine Katze gut durch den Sommer
ErnährungKatzenfutter richtig lagern: Frisch, sicher und hygienisch
ErnährungWie viel Futter braucht eine Katze? Futtermenge richtig berechnen
Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.
Katzen-Helfer:Rassen-FinderFutterrechnerKatzenalter-RechnerKatzennamen