Bruno: 2 Jahre alt

Zurück ins Büro: Wie Bruno gelernt hat, allein zu sein

Im März 2022 kam die Nachricht, vor der ich mich gefürchtet hatte: Ab sofort drei Tage pro Woche im Büro. Für mich eine Umstellung. Für Bruno eine Revolution. Er kannte seit zwei Jahren nur einen Menschen, der den ganzen Tag da ist. Der seine Mittagsschläfe auf dem Schoß ermöglicht, ihm beim Fensterkino Gesellschaft leistet und um 12 Uhr eine Spielrunde einlegt.

Die Vorbereitung

Ich habe zwei Wochen vorher angefangen, ihn vorzubereiten. Erst kurze Abwesenheiten – Einkaufen, Spazierengehen. Dann längere. Und ich habe aufgerüstet: ein zweites Fummelbrett, ein Futterlabyrinth, Leckerli, die ich morgens in der Wohnung verstecke. Das Radio läuft leise. Die WLAN-Kamera ist auf seinen Lieblingsplatz gerichtet.

Der erste Bürotag

Am ersten Bürotag habe ich in der Mittagspause auf die Kamera geschaut: Bruno lag auf meinem Bürostuhl zu Hause und schlief. Um 15 Uhr saß er im Flur und starrte auf die Tür. Um 16 Uhr auch. Um 16:30 Uhr hat er sich hingelegt, das Kinn auf die Pfoten, den Blick weiter auf die Tür.

Ich hatte ein schlechtes Gewissen. Als ich um 17 Uhr heimkam, gab es lautes Begrüßungsgeschrei. Und danach eine extralange Spielrunde. Haben wir beide gebraucht.

Schatzsuche statt Langeweile

Nach ein paar Wochen hatte Bruno den neuen Rhythmus verstanden. Auf der Kamera sehe ich, wie er vormittags auf Schatzsuche geht: unter dem Kissen, im Karton, hinter dem Vorhang. Jedes gefundene Leckerli wird mit einer kleinen Siegerpose quittiert. Danach schläft er zufrieden bis zum Nachmittag.

Futterspiele sind für Katzen, die allein sind, eine der besten Beschäftigungen: Sie fordern Kopf und Nase und verlängern die Mahlzeit. Welche sich bewährt haben, steht im Artikel Fummelbrett und Intelligenzspielzeug, und mehr Ideen im Ratgeber Beschäftigung für Katzen.

Braucht Bruno eine Zweitkatze?

Seit ich wieder im Büro bin, habe ich mich gefragt, ob Bruno Gesellschaft bräuchte. Viele Katzen sind zu zweit glücklicher, und ich habe selbst im Ratgeber geschrieben, dass man Kitten am besten zu zweit nimmt. Also habe ich lange recherchiert und mit der Tierärztin gesprochen.

Ihr Rat: Bruno ist sehr auf Menschen fixiert, kommt mit meinen drei Bürotagen gut zurecht und wirkt ausgeglichen – er frisst, spielt, putzt sich, schläft gut und zeigt keine Anzeichen von Stress. Eine erwachsene Zweitkatze müsste charakterlich sehr gut passen, und eine Zusammenführung ist nicht immer leicht. Das ist eine Entscheidung, die man nicht aus schlechtem Gewissen trifft.

Ich habe sie deshalb nicht getroffen – vorerst. Ich behalte es im Kopf. Wer vor derselben Frage steht, findet die wichtigsten Punkte im Ratgeber Zweitkatze: Wann eine zweite Katze sinnvoll ist.

Die Begrüßungsrunde

Was sich seitdem fest etabliert hat: die Begrüßungsrunde. Wenn ich nach Hause komme, sitzt Bruno im Flur. Er berichtet mir ausführlich über seinen Tag – in einer Reihe von Mrrps, Miaus und einem kurzen, empörten Laut, der vermutlich den Postboten betrifft. Dann gibt es Köpfchen, Kraulen und eine Runde mit der Federangel. Erst danach darf ich die Jacke ausziehen. Das sind die Regeln. Ich halte mich daran.

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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.

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