Am 14. Februar 2020 um 6:12 Uhr vibrierte mein Handy. Ich lag noch im Bett, griff schlaftrunken danach – und war schlagartig wach. „Sie sind da! Fünf Stück, alle gesund.“ Darunter ein Foto: eine stolze Katzenmama und fünf winzige, schneeweiße Würstchen, die aussahen wie Marshmallows mit Ohren.
Seit Oktober stand ich auf der Warteliste einer Züchterin für Heilige Birmas. Seit Oktober hatte ich jeden Tag an diese Nachricht gedacht. Und jetzt war sie da – ausgerechnet am Valentinstag. Wenn das kein Zeichen ist.
Warum ausgerechnet eine Heilige Birma?
Ganz ehrlich: Ich habe lange überlegt. Ich war im Tierheim, habe mir Dutzende Rassen angeschaut und Freunde mit Katzen ausgefragt, bis sie mir nicht mehr antworten wollten. Eine Katze aus dem Tierheim finde ich bis heute eine großartige Entscheidung.
Bei mir hat am Ende das Gesamtpaket gewonnen. Die Heilige Birma gilt als ruhig, verschmust und sehr menschenbezogen – aber nicht aufdringlich. Sie will dabei sein, ohne ständig alles zu kommentieren. Für jemanden, der viel am Schreibtisch sitzt, klang das perfekt. Spoiler: Das mit dem „nicht kommentieren“ stimmt nur bedingt.
Genauso wichtig war mir die Züchterin. Sie hat mich bei unserem ersten Telefonat eine Stunde lang ausgefragt: Wie ich wohne, wie viel ich arbeite, ob ich schon Katzen hatte. Sie lässt die Elterntiere untersuchen, zieht die Kitten im Wohnzimmer groß und gibt sie nicht vor der zwölften Woche ab. Woran man so jemanden erkennt – und wovon man besser die Finger lässt –, habe ich später im Ratgeber Kitten kaufen: seriöse Züchter erkennen aufgeschrieben.
Weiß wie ein Wattebausch
Das Erste, was mich verwirrt hat: Die Kitten waren komplett weiß. Wo war die typische dunkle Maske? Die Züchterin hat mich aufgeklärt: Birmas sind „Colorpoints“. Die dunkle Farbe entsteht nur an kühleren Körperstellen – Ohren, Gesicht, Beine, Schwanz. Im warmen Mutterleib ist alles gleich warm, also kommen die Kleinen weiß zur Welt. Die Farbe kommt in den ersten Wochen, und sie dunkelt noch bis ins zweite Lebensjahr nach.
Was immer weiß bleibt: die Pfoten. Diese weißen „Handschuhe“ sind das Markenzeichen der Heiligen Birma. Meine Nichte nennt sie heute „Puderzuckerpfoten“, und einen besseren Namen gibt es nicht.
Augen auf – und ein Name
Nach elf Tagen kam das nächste Video: Die ersten Kitten blinzelten. Erst nur einen Spalt, dann immer weiter. Alle Kitten haben anfangs blaue Augen – bei Birmas bleiben sie zum Glück für immer so. Ich habe mir das Video ungefähr zwanzig Mal angesehen. Mindestens.
Anfang März durfte ich mich entscheiden. Fünf Wattebäusche, drei Kater. Ich habe mich für den mit dem etwas dunkleren Näschen und den größten Pfoten entschieden. Die Züchterin meinte, er sei der Neugierigste im Wurf und stünde immer als Erster an der Wurfkiste, wenn jemand kommt. Das hat sich als die präziseste Charakterbeschreibung herausgestellt, die je über einen Kater abgegeben wurde.
Und er brauchte einen Namen. Ich wollte etwas Gemütliches, Bodenständiges – einen Namen, den man auch um sechs Uhr morgens noch liebevoll sagen kann, wenn jemand auf der Bettdecke Tango tanzt. So wurde er Bruno. Wer selbst noch sucht: Unser Katzennamen-Generator hat über tausend Ideen, sortiert nach Charakter und Aussehen.
Warten können
Jetzt hieß es warten. Gute Züchter geben Kitten nicht vor der zwölften Woche ab, denn in dieser Zeit lernen sie von Mama und Geschwistern alles, was eine Katze wissen muss: wie fest man beißen darf, wann Schluss ist, wie man sich putzt. Wie man das Alter eines Kittens erkennt und warum diese Wochen so wichtig sind, steht im Artikel Alter eines Kittens bestimmen.
Ich hatte also drei Monate Zeit, mich vorzubereiten. Dachte ich jedenfalls. Dann kam Corona.
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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.
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