Bruno: 4 Wochen alt

Unser erster Besuch – und drei Monate Warten im Lockdown

Am 14. März 2020, genau einen Monat nach seiner Geburt, durfte ich Bruno zum ersten Mal besuchen. Hände waschen, Schuhe aus, leise sein. Die Züchterin führte mich ins Wohnzimmer, und da lag er: so groß wie meine Handfläche, mit Ohren, in die er erst noch hineinwachsen musste.

Er hat mich angesehen, ausgiebig gegähnt und ist dann auf meinen Schoß gekrabbelt. Nach zehn Minuten schlief er. Ich habe mich eine Dreiviertelstunde lang nicht bewegt, obwohl mir das linke Bein eingeschlafen war. Die Züchterin hat gelacht: „Der hat dich schon ausgesucht.“

Auf der Heimfahrt habe ich die ganze Zeit gegrinst. Zwei Tage später war das Land im Lockdown.

Kitten per Videocall

Besuche waren gestrichen. Also haben wir zweimal die Woche telefoniert – per Video. Ich saß zu Hause vor dem Bildschirm und sah zu, wie ein Haufen Wattebäusche lernte, auf vier Beinen zu laufen. Bruno war dabei meistens damit beschäftigt, seinen Bruder vom Kratzbaum zu schubsen. Einmal hat er die Kamera so lange abgeschleckt, bis wir nur noch eine rosa Zunge gesehen haben.

Mit sieben Wochen kam die Nachricht: Bruno hat zum ersten Mal selbst Nassfutter gefressen. Also, zur Hälfte. Die andere Hälfte klebte am Kinn. Wie Kitten richtig gefüttert werden – wie oft, wie viel, welches Futter –, steht im Ratgeber Kitten füttern.

Mit neun Wochen bekam er seine erste Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche. Laut Züchterin hat er die Tierärztin kurz empört angeschaut und dann angeschnurrt. Typisch. Mit zwölf Wochen folgte die zweite. Welche Impfung wann fällig ist, kannst du dir in unserem Kitten-Kalender ausrechnen lassen.

Warum ich nicht früher geholt habe

Ein Bekannter fragte, warum ich ihn nicht einfach früher hole, er sei doch „schon groß“. Nein, ist er nicht. In den ersten zwölf Wochen lernen Kitten von Mutter und Geschwistern, wie man spielt, ohne wehzutun, und wie Katzen miteinander reden. Kitten, die zu früh ausziehen, beißen und kratzen oft mehr. Diese Wochen schenkt man ihnen. Wer übrigens überlegt, gleich zwei Kitten aufzunehmen, findet die Vor- und Nachteile im Ratgeber Ein Kitten oder zwei?.

Einkaufen für einen Kater, der noch nicht da ist

Ich habe die Wartezeit sinnvoll genutzt. Sagen wir: intensiv. Ich kaufte zwei Katzenklos, einen Kratzbaum, flache Näpfe aus Keramik, eine Transportbox, eine Bürste, eine Federangel, drei Spielmäuse, einen Spieltunnel, noch eine Federangel und ein Kuschelbett. Die Züchterin hat mir gesagt, welches Futter und welche Streu Bruno kennt, damit am Anfang nicht alles neu ist.

Mein Wohnzimmer sah aus wie eine Zoohandlung nach einem Überfall. Und ich ahnte schon damals: Am Ende wird er am liebsten im Karton vom Kratzbaum sitzen. (Ich sollte recht behalten.)

Beim Kauf der Transportbox habe ich übrigens zum Glück auf die Züchterin gehört: eine, die man von oben öffnen kann. Warum das beim Tierarzt Gold wert ist, erklärt unsere Kaufberatung Transportbox. Meine komplette Liste steht in der Checkliste Erstausstattung – ohne die zweite Federangel.

Noch eine Woche

Anfang Mai wog Bruno 1.350 Gramm. Am 16. Mai, mit dreizehn Wochen, sollte er einziehen. Ich hatte die letzte Woche damit verbracht, die Wohnung aus Kittenperspektive zu betrachten. Dazu mehr im nächsten Eintrag – und dazu, warum ich dabei auf Knien durch die Wohnung gekrochen bin.

Passend dazu auf miauzoo

Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.

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