Bruno: 2 Jahre und 10 Monate alt

Das erste laute Silvester: Feuerwerk mit Katze nach zwei ruhigen Jahren

Bruno war fast drei Jahre alt und hatte noch nie ein echtes Silvester erlebt. 2020 und 2021 durfte wegen Corona kaum Feuerwerk verkauft werden, und er hatte beide Nächte verschlafen. Für 2022 war klar: Diesmal wird es laut. Sehr laut.

Erst mal: das WM-Finale

Bevor es um Silvester ging, gab es eine Generalprobe, die ich nicht geplant hatte. Am 18. Dezember lief das Fußball-WM-Finale, mit Verlängerung und Elfmeterschießen. Ich habe beim entscheidenden Elfmeter laut gejubelt. Sehr laut.

Bruno ist vom Sofa gesprungen, hat mich empört angesehen und ist für den Rest des Abends ins Schlafzimmer gezogen. Ich habe mich entschuldigt. Mit Leckerli. Er hat die Entschuldigung angenommen, aber nicht vergessen. Mir wurde klar: Wenn er schon bei meinem Jubel flüchtet, wird Silvester eine Herausforderung.

Weihnachten Nummer drei

Weihnachten war ruhig. Ein kleiner Baum, eine warme Decke und ein Kater, der seit dem Nachmittag unter dem Baum schlief. Er hat ein neues Wärmekissen bekommen und es gleich getestet – für gut befunden. Abends saß er wieder vor der Lichterkette und hat die Lämpchen bewundert. Manche Traditionen ändern sich nie.

Die Vorbereitung

Ab dem 28. Dezember habe ich Silvester vorbereitet wie einen Staatsbesuch. Alle Tipps, die ich gesammelt hatte, stehen heute im Ratgeber Silvester mit Katze. Hier das, was bei uns konkret passiert ist:

Brunos Höhle kam ins Schlafzimmer, den ruhigsten Raum, nach innen gelegen. Rollläden runter, Vorhänge zu, schon am Nachmittag. Im Zimmer: Wasser, Klo, ein Fummelbrett mit seinem Abendessen, das Wärmekissen. Ich habe Musik aufgelegt, ruhig, aber laut genug, um einzelne Knaller zu überdecken. Terrassentür und Fenster zu. Und ich habe mir vorgenommen, den Abend mit ihm in diesem Zimmer zu verbringen.

Die Nacht

Um 23:58 Uhr ging es los. Und es hörte nicht mehr auf. Knallen von allen Seiten, Pfeifen, Zischen, Lichtblitze hinter den Rollläden. Bruno ist sofort unter das Bett gekrochen und hat sich die ganze Stunde nicht gerührt.

Ich habe mich auf den Boden neben das Bett gesetzt und leise mit ihm geredet. Nicht hervorgeholt, nicht festgehalten. Einfach da gewesen. Ab und zu habe ich die Hand unter das Bett gehalten, damit er sie riechen konnte. Einmal hat er sie kurz angestupst.

Um halb zwei, als es draußen langsam ruhiger wurde, kam er heraus. Hat sich geschüttelt, hat gefressen und sich dann auf meine Füße gelegt. Wir haben es geschafft.

Was ich gelernt habe

Ein Kater, der zwei Silvester verschlafen hat, ist nicht automatisch ein Kater, der Feuerwerk gelassen nimmt. Vorbereitung ist alles. Der wichtigste Punkt: Die Katze darf sich verstecken, und man respektiert das Versteck. Der zweitwichtigste: Man bleibt selbst ruhig. Und der dritte: Man beginnt früh, denn geknallt wird schon Tage vorher.

Für das nächste Jahr habe ich mir vorgenommen, im Herbst mit der Tierärztin zu sprechen, ob es für sehr laute Nächte etwas gibt, das Bruno hilft. Rechtzeitig, nicht am 31. Dezember. Prost Neujahr, Bruno. Du warst tapfer.

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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.

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