Bruno: 2 Jahre und 11 Monate alt

Mogli, der Nachbarskater: Wie Bruno und ein Fremder Frieden geschlossen haben

Es war ein Sonntagmorgen im Februar 2023, als Bruno plötzlich wie elektrisiert auf der Fensterbank stand. Schwanz aufgeplustert wie eine Klobürste, Rückenhaare hoch, ein tiefes, kehliges Knurren, das ich noch nie von ihm gehört hatte. Ich bin zum Fenster gegangen und habe ihn gesehen: einen großen, rot getigerten Kater mit einem eingerissenen Ohr. Er saß auf der Mauer gegenüber unserem Balkon und schaute herüber. Entspannt. Fast gelangweilt.

Ein Kater namens Mogli

Später habe ich erfahren: Der Rote heißt Mogli und gehört einer Familie zwei Häuser weiter. Ein Freigänger, sieben Jahre alt, bekannt in der ganzen Straße. Seine Familie nennt ihn „den Bürgermeister“, weil er jeden Garten und jede Mauer im Viertel inspiziert. Unser Balkon war offenbar neu auf seiner Liste.

Warum fremde Katzen Stress bedeuten

Für Bruno war das keine Kleinigkeit. Für Wohnungskatzen ist ein fremder Kater vor dem Fenster echter Stress: Er dringt in ihr Revier ein, und sie können nichts dagegen tun. Sie können ihn nicht vertreiben, nicht beschnuppern, nicht klären, wer hier das Sagen hat. Manche Katzen reagieren mit Unruhe, Markieren oder sogar Aggression gegen ihre Menschen – weil sie den Frust irgendwo loswerden müssen.

Bruno hat nicht markiert, aber er war tagelang unruhig. Er saß stundenlang am Fenster, hat geknurrt und nachts durch die Wohnung patrouilliert. Was das Fauchen, Knurren und die aufgestellten Haare genau bedeuten, erklärt der Ratgeber Katzensprache verstehen.

Mogli kommt wieder

Mogli kam jeden Tag. Er saß auf der Mauer und schaute herüber. Bruno saß drinnen und schaute zurück. Sie starrten sich an, minutenlang. Ein stummes Duell zweier Kater, die sich nie begegnen würden, aber genau wussten, dass der andere existiert. Es hatte etwas von einem Westernfilm, nur ohne Musik.

Die Lösung: Sichtschutzfolie

Ich habe eine milchige Sichtschutzfolie an die untere Hälfte der Balkontür und des Wohnzimmerfensters geklebt. Bruno sieht jetzt den Himmel, die Vögel und die Bäume, aber nicht mehr die Mauer, auf der Mogli sitzt. Dazu habe ich ihm seinen erhöhten Fensterplatz an das andere Fenster verlegt, das zum Hof zeigt.

Es hat zwei Wochen gedauert. Dann war Ruhe. Bruno saß wieder entspannt am Fenster, hat seine Vögel beobachtet und das leise Keckern gemacht, das er für Spatzen reserviert. Mogli hat sich irgendwann eine andere Mauer gesucht. Manchmal sind die einfachsten Lösungen die besten.

Und heute?

Mogli kommt immer noch ab und zu vorbei. Inzwischen sitzt er manchmal auf dem Garagendach, das man vom Balkon aus sieht. Bruno sitzt hinter dem Netz und schaut hinüber. Es gibt kein Fauchen mehr, kein Knurren. Nur zwei Kater, die sich ansehen. Ich glaube, sie haben sich arrangiert. Wie zwei ältere Herren, die sich auf der Parkbank zunicken.

Mogli hat übrigens einen Auftritt in diesem Blog verdient: Er ist der rote Kater, der oben im Tagebuch neben Bruno sitzt. Er hat es sich erarbeitet. Wer mehr über rote Kater und ihre Rassen wissen will, findet im Rassen-Finder einige Kandidaten. Und wer Freigänger hat wie Moglis Familie, findet die wichtigsten Tipps im Ratgeber Freigang.

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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.

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