Im August 2025 habe ich ein neues Werkzeug für miauzoo gebaut: einen Futterrechner. Man gibt Gewicht, Alter, Aktivität und Kastration ein, und der Rechner schätzt, wie viel Energie die Katze am Tag braucht – und wie viel Nass- oder Trockenfutter das ungefähr ist.
Als Erstes habe ich natürlich Brunos Werte eingegeben. 5,8 Kilo, fünf Jahre, kastriert, Wohnungskater, Aktivität: niedrig. Ehrlich gesagt sehr niedrig. Das Ergebnis hat mich erschreckt.
Bruno bekommt zu viel
Laut Rechner braucht Bruno etwa 250 Kilokalorien am Tag. Ich habe nachgerechnet, was er tatsächlich bekommt: Nassfutter morgens und abends, eine Handvoll Trockenfutter im Fummelbrett, Leckerli beim Zähneputzen, Leckerli nach dem Bürsten, Leckerli für das Einsteigen in die Transportbox, Leckerli, weil er so niedlich schaut. Am Ende kamen etwa 310 Kilokalorien heraus.
Das sind 60 zu viel. Jeden Tag. Bruno ist nicht dick, aber er ist auf dem Weg dahin. Die Tierärztin hatte beim letzten Check schon gesagt, mehr sollte es nicht werden. Ich hatte das ignoriert.
Die Diät
Seitdem gibt es Leckerli nur noch aus der Tagesration. Das Trockenfutter wird abgewogen, nicht geschätzt. Und Bruno muss für einen Teil seines Futters arbeiten: im Fummelbrett, im Futterball, in der Klopapierrolle. Er findet das unwürdig. Ich finde es gesund.
Nach drei Monaten wog er 5,6 Kilo. Die Tierärztin war zufrieden. Bruno nicht, aber das ist bei Diäten normal. Wer selbst nachrechnen möchte, findet den Futterrechner hier. Und mehr zum Thema im Artikel Übergewicht vermeiden bei ruhigen Wohnungskatzen und Wie viel Futter braucht eine Katze?.
Mogli wird grau
Ende August habe ich Mogli wieder gesehen. Auf dem Garagendach, wie immer. Aber seine Schnauze war grau geworden. Er ist jetzt neun Jahre alt, bewegt sich etwas langsamer und springt nicht mehr ganz so hoch auf die Mauer. Seine Familie erzählte mir, er gehe nicht mehr so weit weg wie früher und schlafe viel.
Bruno und Mogli sehen sich immer noch an. Lange, ruhig. Ich frage mich manchmal, was sie sich denken. Vielleicht nichts. Vielleicht: „Du schon wieder.“ Bei älteren Katzen verändert sich der Bedarf an Futter und Pflege – mehr dazu im Artikel Ältere Katzen richtig füttern.
Jahrescheck mit Blutbild
Im September kam der Jahrescheck, wieder mit Blutbild. Alle Werte gut, Nieren und Schilddrüse im Normbereich. Die Tierärztin hat die Diät gelobt und Brunos Zähne. Bruno hat die Blutabnahme in der Box liegend ertragen, mit einem Gesichtsausdruck, als würde er gerade sein Testament neu schreiben. Danach gab es ein Leckerli. Aus der Tagesration, natürlich.
Hundert Steckbriefe
Ende September war es so weit: Der hundertste Steckbrief war fertig. Ich habe gefeiert, mit einem Glas Wein für mich und einer Federangel-Runde für Bruno. Hundert Rassen. Hundert ehrliche Texte. Hundert Mal Zehen gezählt auf den KI-Bildern. Bruno hat dazu nichts gesagt. Er hat einfach weitergeschlafen. Auf der Tastatur.
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