Es gibt Artikel, die schreibt man an einem Abend. Und es gibt Artikel, die einen zwei Wochen lang begleiten. Der Ratgeber über Qualzucht war so einer. Im Juli 2025 habe ich ihn angefangen. Und ich habe ihn öfter zur Seite gelegt, als ich zugeben möchte.
Warum „süß“ manchmal ein Warnsignal ist
Viele Menschen finden Katzen mit flachen Gesichtern niedlich. Große Augen, kleine Nase, rundes Köpfchen. Es erinnert an ein Baby. Dabei leiden viele dieser Katzen. Die verkürzte Nase kann die Atmung erschweren. Die Tränenkanäle sind oft verengt, die Augen tränen ständig. Manche Katzen schnarchen, weil sie kaum Luft bekommen.
Gefaltete Ohren sehen aus wie kleine Mützen. Aber das Gen, das sie verursacht, betrifft den Knorpel im ganzen Körper. Viele Katzen mit gefalteten Ohren entwickeln schmerzhafte Gelenkveränderungen. Kurze Beine, fehlende Schwänze, fehlendes Fell – jedes dieser Merkmale kann mit gesundheitlichen Problemen verbunden sein.
Wenn jemand sagt „Die ist ja so süß“, höre ich inzwischen manchmal einen zweiten Satz mit: „… und sie hat Schmerzen.“ Alle Details stehen im Ratgeber Qualzucht bei Katzen.
Der Ton macht’s
Das Schwierigste war der Ton. Ich wollte niemanden beschimpfen. Viele Menschen, die eine Katze mit platter Nase haben, lieben sie über alles und wussten beim Kauf nicht, worauf sie sich einlassen. Ich wollte informieren, nicht verurteilen.
Ich habe den Artikel fünfmal umgeschrieben. In der ersten Version war ich wütend. In der zweiten zu vorsichtig. In der fünften habe ich einen Ton gefunden, mit dem ich leben kann: klar in der Sache, freundlich zu den Menschen. Der wichtigste Satz steht ganz am Ende: Wer sich für eine Rasse interessiert, sollte fragen, wie gesund die Elterntiere sind – nicht nur, wie hübsch die Kitten aussehen. Wie man seriöse Züchter erkennt, steht im Ratgeber Kitten kaufen.
Urlaub mit Laptop
Ende Juli war ich eine Woche an der Ostsee. Und ja: mit Laptop. Ich habe mir vorgenommen, nur morgens eine Stunde zu schreiben. Es wurden meistens drei. Der Qualzucht-Artikel wurde am Strand fertig, mit Sand in der Tastatur und Möwen über mir.
Bruno war zu Hause bei der Sitterin. Sie schickte jeden Tag Fotos. Bruno auf der Fensterbank. Bruno in der Badewanne. Bruno auf meinem Schreibtischstuhl, mit einem Blick, der sagte: „Hier ist jetzt mein Büro.“ Am vierten Tag kam die Nachricht: „Er hat heute zum ersten Mal mit mir gespielt, mit der Federangel.“ Ich war gerührt und ein bisschen neidisch.
Was man bei der Urlaubsplanung mit Katze beachten sollte und wie man eine gute Sitterin findet, steht im Ratgeber Katze allein lassen und Urlaub.
Was danach kam
Als der Artikel online war, bekam ich die erste E-Mail eines Lesers. Er schrieb, er habe sich eigentlich eine Katze mit gefalteten Ohren kaufen wollen. Nach dem Lesen habe er sich für eine Katze aus dem Tierheim entschieden. Ich habe die E-Mail Bruno vorgelesen. Er hat geschnurrt. Ich auch, ein bisschen.
Wer eine robuste Katze sucht, findet eine Auswahl in der Übersicht der gesunden Katzenrassen.
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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.
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