Die Züchterin hatte mir vor anderthalb Jahren erklärt, dass Birmas bis ins zweite Lebensjahr nachdunkeln. Im Oktober 2021 war es so weit: Brunos Maske ist fertig. Tief dunkelbraun, wie mit einem Pinsel gemalt. Die Ohren fast schokoladenfarben, der Schwanz ein dunkles, buschiges Banner. Der Körper hell und cremig, mit einem goldenen Schimmer, wenn die Sonne darauf fällt.
Und die Pfoten? Weiß wie am ersten Tag. Puderzuckerpfoten, wie meine Nichte sagt.
Was Birmas so besonders macht
Diese Kombination aus Colorpoint-Zeichnung und weißen Handschuhen ist das Markenzeichen der Heiligen Birma. Um ihre Herkunft ranken sich Legenden – die schönste erzählt von einer Tempelkatze in Burma, deren Pfoten weiß wurden, als sie ihren sterbenden Priester berührte. Belegt ist das natürlich nicht, aber es passt: Bruno hat durchaus etwas Erhabenes an sich. Vor allem, wenn er auf dem Kratzbaum sitzt und auf mich herabblickt.
Wie alt eine Katze ist, sieht man ihr übrigens nicht immer an – aber an der Färbung lässt sich bei Colorpoints einiges ablesen. Bei Kitten verrät die Fellfarbe ziemlich zuverlässig, wie alt sie sind. Mehr dazu im Artikel Alter eines Kittens bestimmen.
Herbst-Inventur
Bevor der Herbst richtig losging, habe ich Inventur gemacht. Ist der Kratzbaum noch stabil? Ist die Wärmehöhle sauber? Läuft der Trinkbrunnen? Ist das Katzennetz noch dicht? Wann ist der nächste Tierarzttermin?
Bruno hat bei der Inventur geholfen, indem er sich in jeden geöffneten Schrank gesetzt hat. In den Kleiderschrank. In den Küchenschrank. In den Schrank unter der Spüle, wo die Putzmittel stehen – da habe ich ihn sehr schnell wieder herausgeholt. Seitdem haben die Putzmittel einen eigenen Schrank weiter oben. Was im Herbst sonst wichtig ist, steht im Artikel Katze im Herbst.
Kastanien sind keine Bälle
Auf dem Balkon lagen Kastanien und Eicheln, die der Wind vom Baum im Hof hereingeweht hatte. Bruno fand sie großartig zum Herumschubsen. Ich weniger. Manche Herbstfrüchte reizen den Magen, und ganze Kastanien können sogar den Darm verstopfen. Wir spielen jetzt drinnen mit einem echten Ball. Den Balkon fege ich vor jeder Runde.
Die Leseecke
Ich habe angefangen, abends wieder mehr zu lesen. Gemütlich, mit Decke, Tee und einer Lampe auf dem Sessel. Bruno hat beschlossen, dass Bücher hervorragende Unterlagen zum Schlafen sind. Sobald ich ein Buch aufschlage, legt er sich darauf. Genau auf die Seite, die ich gerade lese.
Ich habe es mit einem zweiten Buch als Ablenkung versucht. Er hat sich auf beide gelegt. Ich habe es mit einem E-Book-Reader versucht. Er hat sich auf meinen Arm gelegt, der den Reader hält. Ich lese jetzt mit dem Reader in der einen Hand und Bruno im anderen Arm. Es ist unbequem. Es ist wunderbar.
Ein Kuschelplatz für den Winter
Für die langen Abende habe ich Bruno noch eine Kuschelhöhle neben den Lesesessel gestellt, damit er eine Alternative zu meinem Buch hat. Er nutzt sie – wenn ich nicht lese. Welche Schlafplätze Katzen mögen und warum der Ort fast wichtiger ist als das Bett selbst, steht in der Kaufberatung Katzenbett und Kuschelhöhle.
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