Am 16. Mai 2021 war es genau ein Jahr her, dass Bruno eingezogen ist. Ich habe mir an diesem Abend die Fotos vom Einzugstag angesehen: das kleine Bündel in der Transportbox, die riesigen Ohren, die winzigen weißen Pfoten, die vorsichtig aus der Box tasteten.
Daneben lag der heutige Bruno. Fünf Kilo, dunkle Maske, ein Gesichtsausdruck, der „Ich weiß genau, wo der Kühlschrank ist“ sagt. Er hat mich angeschaut, als wollte er fragen, warum ich so sentimental gucke.
Der alte Kratzbaum hatte ausgedient
Zum Jubiläum gab es ein Geschenk, das eigentlich überfällig war: einen neuen Kratzbaum. Der alte war für ein Kitten gekauft – 96 Zentimeter, schmale Liegeflächen, dünne Säulen. Bei einem fast fünf Kilo schweren Kater, der mit Anlauf hochspringt, hat er bedenklich gewackelt. Und ein wackelnder Kratzbaum wird von Katzen nicht genutzt. Sie wollen Stabilität.
Der neue ist größer, schwerer und hat oben eine breite Liegemulde. Bruno hat ihn zwei Minuten umkreist, einmal kräftig an der Säule gekratzt und ist dann ganz nach oben geklettert. Dort hat er sich in die Mulde gelegt und von oben auf mich herabgeblickt. Seitdem fühlt er sich wie ein König. Und benimmt sich auch so.
Worauf es bei Kratzbäumen ankommt – Stabilität, Säulendicke, Liegeflächen –, steht in unserem Kratzbaum-Vergleich. Für große Rassen wie Maine Coon oder Norwegische Waldkatze gibt es einen eigenen Artikel: Kratzbaum XXL.
Der Balkon geht in die zweite Saison
Ende April war auch die Balkonsaison wieder eröffnet. Bruno hat sein Geschirr bekommen – für den Balkon braucht er keins, aber wir üben weiter für kleine Ausflüge in den Hof – und ist schnurstracks zu seinem Lieblingsplatz zwischen den Blumentöpfen marschiert.
Ich habe vorher den ganzen Balkon abgesucht: keine Schnüre, kein Schneckenkorn, keine Düngerreste, nichts, was man verschlucken könnte. Seit der Schnur-Nacht mache ich das vor jeder Saison. Und das Netz habe ich auf Löcher kontrolliert. Wie man ein Katzennetz pflegt und sicher spannt, steht im Artikel Katzennetz für Balkon und Fenster.
Bruno und die Hummel
Anfang Mai hat Bruno auf dem Balkon eine Hummel entdeckt. Groß, laut, sehr langsam – die perfekte Beute. Er ist hinterhergesprungen. Ich bin hinterhergesprungen, um ihn zu bremsen. Die Hummel war schneller als wir beide und ist gemütlich über die Brüstung davongeflogen.
Ich war erleichtert. Ein Stich ins Maul oder in die Pfote kann bei Katzen ziemlich anschwellen, und ein Stich im Hals kann sogar gefährlich werden. Wir haben dann lieber Grashalme gejagt. Die stechen nicht.
Ein Jahr – was ich gelernt habe
Ein Jahr Bruno hat mir mehr beigebracht als jedes Buch. Dass Katzen sehr klar kommunizieren, wenn man hinhört. Dass Routine für sie Sicherheit bedeutet. Dass ein Karton besser ist als jedes Spielzeug. Dass man Schnüre wegräumt. Und dass das schönste Geräusch der Welt ein Schnurren ist, das um zwei Uhr nachts auf den eigenen Füßen anfängt.
Was eine Katze im ersten Jahr wirklich kostet, habe ich übrigens auch zusammengerechnet. Es war mehr, als ich dachte. Wer das vorher wissen will: Der Katzen-Kosten-Rechner macht es schneller als ich.
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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.
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