Bruno: 4 Jahre und 4 Monate alt

Heim-EM mit Katze: Wie ich gelernt habe, leise zu jubeln

Am 14. Juni 2024 begann die Fußball-Europameisterschaft. In Deutschland. Und ich hatte ein Problem: Bruno. Seit dem WM-Finale 2022, bei dem er nach meinem Jubelschrei für den Rest des Abends ins Schlafzimmer gezogen war, wusste ich, dass Torjubel und Kater nicht gut zusammenpassen.

Mein Plan

Ich hatte einen Plan für Brunos Nerven: Bei den Spielen bleibt er im Schlafzimmer, mit leiser Musik und einem Fummelbrett. Ich jubele leise. Versprochen. Bei mir selbst. Laut ausgesprochen.

Das Eröffnungsspiel lief gut. Es fielen viele Tore, aber früh im Spiel, und ich hatte mich noch im Griff. Bruno hat im Schlafzimmer geschlafen.

Leise jubeln ist schwer

Beim zweiten Gruppenspiel gegen die Schweiz habe ich versagt. In der Nachspielzeit fiel der Ausgleich. Ich bin aufgesprungen, habe die Arme hochgerissen und laut geschrien. Aus dem Schlafzimmer kam ein empörtes Miau. Ein langes, vorwurfsvolles Miau, das ungefähr „Ernsthaft?“ bedeutete.

Ich bin zu ihm gegangen und habe mich entschuldigt. Mit einer Extraportion Kraulen. Er hat mir verziehen. Den Fernseher habe ich danach trotzdem leiser gedreht.

Warum Lärm für Katzen Stress ist

Katzen hören viel feiner als wir – auch Töne, die wir gar nicht wahrnehmen. Plötzliche, laute Geräusche wie Schreie, Knaller oder zuschlagende Türen versetzen sie in Alarmbereitschaft. Für eine Katze ist ein jubelnder Mensch nicht von einem wütenden zu unterscheiden. Beides ist laut, unvorhersehbar und beunruhigend. Mehr dazu, wie Katzen ihre Umwelt wahrnehmen und was ihre Signale bedeuten, steht im Ratgeber Katzensprache verstehen.

Das Viertelfinale

Am 5. Juli kam das Viertelfinale. Verlängerung. Spannung. Bruno lag diesmal auf dem Sofa neben mir – er hatte sich offenbar entschieden, dass er nicht mehr ins Schlafzimmer verbannt werden wollte.

Beim späten Ausgleich habe ich mich zusammengerissen und nur mit den Fäusten auf die Knie getrommelt. Leise. Mit verzerrtem Gesicht. Bruno hat einmal ein Ohr gedreht und weitergeschlafen. Das Spiel haben wir dann trotzdem verloren. Ich war traurig. Bruno hat mir den Kopf an die Hand gedrückt. Ich glaube, wir sind ein gutes Team.

Bruno und die Gurke

Im Juli bin ich zufällig auf diesen Internettrend gestoßen, bei dem man Katzen eine Gurke hinter den Rücken legt, um sie zu erschrecken. Ich habe es nicht gemacht. Katzen absichtlich zu erschrecken, finde ich nicht lustig – es ist Stress, und manche Katzen verletzen sich dabei sogar beim Wegspringen.

Stattdessen ist mir eine Gurke vom Tisch gefallen. Ganz ohne Absicht. Bruno hat sie beschnuppert, einmal angeleckt und ist gegangen. Kein Drama. Sehr Birma. Ob Gurke für Katzen überhaupt gesund ist? Ein Stückchen schadet nicht, bringt aber auch nichts. Was Katzen wirklich brauchen, steht im Artikel Taurin und Co., und was sie auf keinen Fall fressen sollten, im Artikel Diese Lebensmittel sind für Katzen giftig.

Was ich aus der EM mitnehme

Fußball mit Katze geht. Man muss nur leise jubeln lernen. Oder ins Bad gehen, um zu schreien. Ich habe beides getan. Und bei der nächsten Meisterschaft kaufe ich Kopfhörer. Für mich, nicht für Bruno.

Passend dazu auf miauzoo

Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.

Katzen-Helfer:Rassen-FinderFutterrechnerKatzenalter-RechnerKatzennamen

Alle Einträge in Brunos Tagebuch