Bruno: 3 Jahre und 7 Monate alt

Wie aus Neugier ein Notizbuch wurde: Ich lese über Katzenrassen

Es fing mit einer einfachen Frage an. Warum ist Bruno so anders als Mogli? Bruno: ruhig, verschmust, ein Sofakater mit Hang zur Sauna. Mogli: ein unabhängiger Abenteurer, der jede Mauer im Viertel kennt und sich von niemandem etwas sagen lässt. Beides Kater, beide mit vier Pfoten und einem Schwanz. Und doch zwei komplett verschiedene Charaktere.

Also habe ich angefangen zu lesen.

Von der Frage zum Notizbuch

Erst über die Heilige Birma, dann über den Europäisch Kurzhaar – das ist Mogli vermutlich, oder zumindest ein Teil von ihm. Dann über Maine Coons, Norwegische Waldkatzen, Siamkatzen, Bengalen. Ich habe Zuchtstandards gelesen, Halterforen durchstöbert und Tierarztstudien über Erbkrankheiten. Und ich habe angefangen, mir Notizen zu machen.

Im Oktober hatte mein Rassen-Notizbuch 40 Seiten. Bruno saß abends daneben und legte sich, wenn ich zu lange schrieb, quer über die Seiten. Er war offenbar der Meinung, dass ich über Birmas schon genug wusste. Wer sich selbst durch die Rassen arbeiten will, findet heute alle Steckbriefe in der Übersicht der Katzenrassen.

Was mich geärgert hat

Je mehr ich gelesen habe, desto mehr hat mich etwas gestört. Viele Seiten über Katzenrassen sind entweder Werbung – jede Rasse ist dort „wunderbar familienfreundlich“ – oder sie schweigen über Probleme. Über die Herzkrankheit HCM bei Maine Coons. Über Polyzystische Nieren bei Persern. Über Rassen, deren Aussehen auf Kosten der Gesundheit gezüchtet wurde: verkürzte Nasen, gefaltete Ohren, fehlende Schwänze.

Das hat mich wütend gemacht. Wer sich eine Katze aussucht, verdient ehrliche Informationen. Diese Wut ist später der Kern von miauzoo geworden. Was Qualzucht ist und welche Rassen betroffen sind, steht heute im Ratgeber Qualzucht bei Katzen, und was man vor dem Kauf über Erbkrankheiten wissen sollte, im Artikel Erbkrankheiten bei Rassekatzen.

Ein Jahrescheck mit Lob

Mitten in meiner Leseleidenschaft kam der Jahrescheck. Bruno: 5,7 Kilo, Herz und Nieren gut, Zähne „erstaunlich gut für einen Kater, der sich die Zähne putzen lässt“, wie die Tierärztin sagte. Ich habe es als Kompliment genommen. Für Bruno und für mich.

Ich habe die Tierärztin bei der Gelegenheit gefragt, was sie von Birmas hält. Sie hat gelacht: „Die perfekte Rasse für Menschen, die eine Katze wollen, die sie mögen.“ Sie hat recht. Steht so jetzt auch im Birma-Steckbrief.

Herbst auf der Fensterbank

Im September wurde es morgens neblig, die Sonne kam später. Bruno hat seinen Platz auf der Fensterbank wieder eingenommen und wartet jeden Morgen auf den ersten Sonnenstrahl. Wenn er kommt, streckt er sich lang und schließt die Augen. Dann weiß ich: Jetzt ist der Tag offiziell eröffnet.

Halloween und Saunaabende

Halloween war Routine: LED-Kürbis, Süßigkeiten oben im Schrank, Bruno im Schlafzimmer mit Höhle und Musik. Er nimmt es inzwischen gelassen. Nur das Klingeln findet er weiterhin unnötig.

Und im November liefen wieder öfter Saunaabende. Bruno hat sein Ritual: Er wartet im Flur, bis ich herauskomme, begleitet mich zum Ausschalten und zieht dann auf die nachwärmende Bank. Wenn ich ihn nach einer Stunde suche, liegt er da, lang ausgestreckt, und öffnet nur ein Auge. Ich lese dann neben der Saunatür weiter in meinem Notizbuch. Wir sind beide genau da, wo wir hingehören.

Passend dazu auf miauzoo

Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.

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