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Erbkrankheiten bei Rassekatzen: Was du vor dem Kauf wissen solltest

Von der miauzoo-RedaktionAktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Durch die gezielte Zucht auf bestimmte Merkmale und oft kleine Zuchtpopulationen kommen bei einigen Rassen erbliche Erkrankungen häufiger vor als bei der klassischen Hauskatze. Das bedeutet nicht, dass jede Katze einer solchen Rasse krank wird. Wer die typischen Risiken kennt, kann aber gezielt nach Gesundheitstests fragen und eine seriöse Zucht erkennen.

Wie entstehen Erbkrankheiten?

Jede Katze erbt von jedem Elternteil eine Kopie ihrer Gene. Viele Erbkrankheiten werden rezessiv vererbt: Die Katze erkrankt nur, wenn sie die veränderte Genvariante von beiden Eltern bekommt. Tiere mit nur einer Kopie sind gesunde Träger, können die Anlage aber weitergeben. Andere Erkrankungen werden dominant vererbt – dann reicht eine einzige Kopie. Genau deshalb sind Gentests der Elterntiere so wertvoll: Sie zeigen, welche Verpaarungen ein Risiko bergen.

Die wichtigsten Erbkrankheiten im Überblick

ErkrankungWas passiertHäufig betroffen (Beispiele)Test
HCM (hypertrophe Kardiomyopathie)Herzmuskel verdickt sich, Herzschwäche, BlutgerinnselMaine Coon, Ragdoll, Britisch Kurzhaar, Sphynx, PerserHerzultraschall; Gentest für Maine Coon und Ragdoll
PKD (polyzystische Nierenerkrankung)Zysten in den Nieren, später NierenversagenPerser, Exotic Shorthair, Britisch KurzhaarGentest, Nierenultraschall
SMA (spinale Muskelatrophie)Muskelschwund, wackeliger Gang ab wenigen MonatenMaine CoonGentest
PK-DefizienzBlutarmut durch Enzymmangel in roten BlutkörperchenAbessinier, SomaliGentest
PRA (progressive Retinaatrophie)Netzhaut stirbt ab, ErblindungAbessinier, SomaliGentest
HypokaliämieKaliummangel, MuskelschwächeBurmaGentest
GSD IV (Glykogenspeicherkrankheit)Stoffwechselstörung, oft tödlich bei KittenNorwegische WaldkatzeGentest
Auswahl. Welche Tests für deine Rasse sinnvoll sind, steht auch im Abschnitt „Gesundheit“ der jeweiligen Rassenseite.

HCM – die häufigste Herzerkrankung

Die hypertrophe Kardiomyopathie ist die häufigste Herzerkrankung bei Katzen überhaupt und kommt auch bei Hauskatzen vor. Tückisch ist, dass betroffene Katzen lange unauffällig wirken. Für zwei Genvarianten bei der Maine Coon und der Ragdoll gibt es Gentests. Ein negatives Ergebnis schließt HCM aber nicht aus, weil es weitere, noch unbekannte Ursachen gibt. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere deshalb zusätzlich regelmäßig per Herzultraschall von spezialisierten Tierärzten untersuchen.

Probleme durch Zuchtmerkmale

Eine eigene Gruppe sind Erkrankungen, die direkt mit einem gewünschten Aussehen verbunden sind: Atem- und Augenprobleme bei sehr kurzen Nasen, Knorpelschäden bei Faltohren, Wirbelsäulenprobleme bei Schwanzlosigkeit oder sehr kurzen Beinen. Ausführlich erklären wir das im Ratgeber Qualzucht bei Katzen.

Seriöse Zucht erkennen

  • Gesundheitsnachweise: Der Züchter zeigt dir Gentest-Ergebnisse und Ultraschallbefunde beider Elterntiere – mit Datum und Tierarztstempel, nicht nur mündlich.
  • Mutterkatze kennenlernen: Du darfst die Mutter und die Umgebung sehen, in der die Kitten aufwachsen.
  • Abgabealter: Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen aus, geimpft, entwurmt und gechippt.
  • Verband und Papiere: Mitgliedschaft in einem anerkannten Zuchtverband und ein Stammbaum.
  • Fragen an dich: Gute Züchter wollen wissen, wie die Katze bei dir leben wird, und bieten Rücknahme an.
  • Warnsignale: Kitten „immer verfügbar“, Übergabe auf Parkplätzen, Preise deutlich unter dem Üblichen, keine Unterlagen.

Diese Fragen kannst du dem Züchter stellen

  • Welche Gentests haben die Elterntiere, und darf ich die Befunde sehen?
  • Wann wurde zuletzt ein Herzultraschall gemacht, und von wem?
  • Gab es in der Linie Erkrankungen, und wie gehen Sie damit um?
  • Welche Impfungen und Untersuchungen hat das Kitten bei der Abgabe?

Vorsorge: Früh erkennen, besser behandeln

Auch bei sorgfältiger Zucht können Erkrankungen auftreten. Regelmäßige Check-ups helfen, sie früh zu entdecken. Sprich mit deiner Tierarztpraxis darüber, welche Untersuchungen für deine Rasse sinnvoll sind – etwa ein Herzultraschall bei Rassen mit HCM-Risiko oder Blut- und Urinwerte zur Nierenkontrolle ab dem mittleren Alter.

Zum Tierarzt, wenn deine Katze …

  • schneller oder mit offenem Maul atmet, auch in Ruhe
  • plötzlich ein Hinterbein nachzieht oder vor Schmerz schreit (Notfall, möglicher Blutpfropf bei HCM)
  • deutlich mehr trinkt und uriniert
  • wackelig läuft, schlechter sieht oder schnell ermüdet

Erbkrankheiten und Versicherung

Die Behandlung chronischer Erkrankungen wie HCM oder Niereninsuffizienz kann über Jahre hohe Kosten verursachen. Viele Versicherungen schließen erbliche und angeborene Erkrankungen jedoch aus oder begrenzen die Leistung. Wer eine Rassekatze versichern möchte, sollte diesen Punkt vor dem Abschluss genau prüfen. Mehr dazu im Ratgeber Katzenversicherung.

Häufige Fragen

Sind Hauskatzen gesünder als Rassekatzen?

Hauskatzen haben einen größeren Genpool, deshalb sind seltene rezessive Erbkrankheiten bei ihnen seltener. Krankheiten wie HCM oder Nierenprobleme kommen aber auch bei Hauskatzen vor.

Garantiert ein negativer Gentest eine gesunde Katze?

Nein. Ein Gentest prüft nur eine bestimmte Genvariante. Andere Ursachen und Umweltfaktoren bleiben möglich. Er senkt das Risiko aber deutlich.

Kann ich meine Katze selbst testen lassen?

Ja. Für viele Gentests reicht ein Wangenabstrich oder eine Blutprobe, die deine Tierarztpraxis an ein Labor schickt.

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Quellen und weiterführende Infos

Dieser Artikel wurde von der miauzoo-Redaktion sorgfältig recherchiert. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung.

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