Bruno: 7 Monate alt

Unser Bürsten-Ritual: Fellwechsel, dunkle Maske und ein Krieg gegen den Staubsauger

Im Herbst habe ich zum ersten Mal verstanden, wie viele Haare eine Katze haben kann. Sie waren überall: auf dem Sofa, im Bett, auf meinem schwarzen Pullover, im Kaffee. Bruno wechselte sein Fell.

Fellwechsel bei der Heiligen Birma

Birmas haben halblanges, seidiges Fell mit wenig Unterwolle. Das ist ein Glück, denn es verfilzt kaum – anders als bei Perserkatzen, die täglich gekämmt werden müssen. Trotzdem verliert eine Birma im Frühjahr und im Herbst eine erstaunliche Menge Haare. Und was die Katze beim Putzen schluckt, kann sich im Magen zu Haarballen verfilzen.

Also habe ich angefangen, Bruno zu bürsten. Und daraus ist unser liebstes Ritual geworden.

Das Ritual

Jeden Abend nach dem Essen setze ich mich aufs Sofa. Bruno springt auf meinen Schoß, legt sich auf die Seite und wartet. Ich bürste ihn fünf Minuten, erst mit einer weichen Bürste, dann mit einem Metallkamm durch die Hosen an den Hinterbeinen, wo sich am ehesten Knötchen bilden. Er schnurrt dabei so laut, dass ich den Fernseher lauter machen muss.

Das Ganze hat einen schönen Nebeneffekt: Beim Bürsten fühle ich jeden Abend seinen ganzen Körper ab. Knubbel, Wunden, Zecken, Gewichtsveränderungen – all das würde ich sofort merken. Welche Bürsten und Kämme sich bei halblangem Fell bewährt haben, steht im Artikel Fellpflege-Set für Lang- und Halblanghaarkatzen, die Technik im Ratgeber Fellpflege bei Langhaarkatzen. Und was gegen Haarballen hilft, erklärt der Artikel Haarballen vorbeugen.

Die Maske wird dunkler

Beim Bürsten ist mir aufgefallen, wie sehr sich Bruno verändert hat. Aus dem hellen Schatten im Gesicht ist eine richtige dunkelbraune Maske geworden, die Ohren sind schokoladenbraun, der Schwanz kräftig dunkel. Die Pfoten? Strahlend weiß wie am ersten Tag. Die Züchterin hat mir erklärt, dass die Abzeichen bei Birmas noch bis ins zweite Lebensjahr nachdunkeln, im Winter oft etwas stärker als im Sommer, weil die Farbe an kühleren Körperstellen kräftiger wird.

Raschel, raschel

Auf dem Balkon wehte Laub herein, und Bruno hatte einen neuen Lieblingssport: Blätter jagen. Jedes Blatt, das der Wind über die Fliesen trieb, war eine potenzielle Maus. Er hat sich angeschlichen, gelauert und sich dann mit vollem Körpereinsatz auf ein Ahornblatt gestürzt. Das Blatt hat sich nicht gewehrt. Bruno hat trotzdem gewonnen. Was sonst im Herbst wichtig ist – von Heizungsluft bis Zeitumstellung –, steht im Artikel Katze im Herbst.

Der Erzfeind: der Staubsauger

Bei so vielen Haaren muss man saugen. Ich habe einen neuen, stärkeren Staubsauger gekauft. Bruno hat ihn ein einziges Mal brummen gehört – und ist seitdem überzeugt, dass dieses Ding ihn fressen will. Sobald ich den Staubsauger auch nur ansehe, ist er unter dem Bett.

Mein Trick: Ich habe den ausgeschalteten Staubsauger ein paar Tage einfach im Flur stehen lassen. Bruno hat ihn erst aus sicherer Entfernung belauert, dann umkreist, dann beschnuppert. Freundschaft ist das bis heute nicht. Aber ein Waffenstillstand.

Der Blick über die Sessellehne

Und noch eine neue Gewohnheit: Bruno versteckt sich hinter dem Sessel und schaut nur mit Augen und Ohren über die Lehne, wenn ich ins Zimmer komme. Dann wartet er, bis ich vorbeigehe – und stürzt sich auf meine Socken. Ich tue jedes Mal so, als hätte ich ihn nicht gesehen. Er ist sehr stolz auf sein Versteck. Ich bin sehr stolz auf meine Schauspielkunst.

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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.

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