Im Juli 2021 habe ich etwas getan, was ich lange vor mir hergeschoben hatte: einen Urlaub gebucht. Zwei Wochen am Meer, im September. Ohne Bruno. Und dann kam die Frage, die jeden Katzenmenschen umtreibt: Wer passt auf ihn auf?
Pension oder Sitter?
Eine Katzenpension kam für mich nicht in Frage. Bruno liebt sein Revier – seinen Kratzbaum, seine Fensterbank, seine Sauna. Ein Ortswechsel bedeutet für viele Katzen enormen Stress. Für die meisten ist ein Katzensitter, der zu Hause vorbeikommt, die bessere Lösung. Alle Optionen mit Vor- und Nachteilen stehen im Ratgeber Katze allein lassen und Urlaub.
Die Suche
Ich habe Aushänge beim Tierarzt gelesen, im Nachbarschaftsforum gefragt und drei Kandidatinnen eingeladen. Die erste hat Bruno auf den Arm genommen, bevor sie Hallo gesagt hatte. Bruno hat sie danach ignoriert. Die zweite hat nach fünf Minuten gefragt, ob er auch allein bleiben könne, wenn sie mal nicht kommt. Nein.
Die dritte war eine Nachbarin, die selbst zwei Katzen hat. Sie hat sich auf den Boden gesetzt und gewartet. Nach zehn Minuten kam Bruno und hat ihre Schuhe beschnuppert. Nach zwanzig Minuten lag er auf ihrem Schoß. Ich wusste: Das passt.
Der Probelauf
Bevor es ernst wurde, gab es einen Probelauf: Ich war übers Wochenende weg, die Sitterin kam zweimal am Tag. Dazu hatte ich eine WLAN-Kamera aufgestellt, damit ich zwischendurch schauen konnte.
Bruno hat auf der Kamera hauptsächlich geschlafen. Einmal hat er direkt in die Linse geschaut und gegähnt. Ich habe es als Gruß verstanden. Die Sitterin hat jeden Abend ein Foto geschickt: Bruno beim Fressen, Bruno auf der Fensterbank, Bruno auf meinem Kopfkissen. Was eine Tierkamera können sollte und was man beim Datenschutz beachten muss, steht im Artikel Tierkamera.
Kofferpacken mit Hindernissen
Ende August lag der Koffer offen im Schlafzimmer. Bruno lag im Koffer. Jedes Kleidungsstück, das ich einpacken wollte, musste vorher von ihm geprüft und mit Fell versehen werden. Ich habe zwei Wochen lang überall Bruno-Haare getragen. Vielleicht war das auch gut so.
Zwei Wochen Meer
Ich war am Meer, Bruno war zu Hause. Jeden Abend kam ein Foto und ein paar Sätze. „Er hat alles gefressen und liegt jetzt auf deinem Kopfkissen.“ „Heute hat er mir die Federangel gebracht.“ „Er hat mir Köpfchen gegeben.“ Ich habe mich gefreut. Und war ein bisschen eifersüchtig. Und habe ihn mehr vermisst, als ich zugeben möchte.
Die Rache
Zurück aus dem Urlaub. Ich habe die Tür aufgeschlossen, Bruno saß im Flur. Er hat mich angesehen – und sich umgedreht. Eine Stunde lang hat er so getan, als sei ich Luft. Er ist an mir vorbeigelaufen, hat demonstrativ aus dem Fenster geschaut und auf mein „Bruno!“ nicht einmal ein Ohr gedreht.
Dann, nach genau einer Stunde, kam er. Hat sich auf meinen Bauch gelegt, laut geschnurrt und die ganze Nacht nicht mehr von mir weggerückt. Die Strafe war kurz, die Liebe ist groß.
Ein Jahr nach der Schnur
Während ich weg war, jährte sich übrigens die Schnur-Nacht. Ich denke immer noch daran, wenn ich auf dem Balkon Pflanzen hochbinde. Bruno hat das alles vergessen. Er jagt fröhlich Schmetterlinge, und ich schaue weiterhin vorher, ob irgendwo etwas herumliegt. Für kurze Trips wie ein langes Wochenende habe ich übrigens später eine eigene Checkliste geschrieben: Langes Wochenende mit Katze.
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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.
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