Es fing harmlos an. Ein leises Maunzen um sechs Uhr. Dann ein lauteres um halb sechs. Im November 2021 war Bruno bei fünf Uhr angekommen – und er hatte eine neue Technik entwickelt: Er tippt mir mit der Pfote auf die Nase. Mit eingezogenen Krallen. Sanft. Immer wieder. Tipp. Tipp. Tipp.
Wer schon mal versucht hat, bei einem tippenden Kater weiterzuschlafen, weiß: Es geht nicht. Wenn ich die Decke über den Kopf ziehe, tippt er auf die Decke. Wenn ich mich umdrehe, läuft er ums Bett herum und tippt von der anderen Seite.
Warum Katzen so früh wecken
Katzen sind dämmerungsaktiv. Ihre natürliche Jagdzeit ist morgens und abends – genau dann, wenn auch Mäuse unterwegs sind. Dazu kommt: Bruno hatte gelernt, dass sein Mensch aufsteht und Futter gibt, wenn er nur hartnäckig genug ist. Ich hatte es ihm beigebracht. Jedes Mal, wenn ich nachgegeben habe, habe ich das Verhalten belohnt.
Die Lösung: der Futterautomat
Ich habe einen Futterautomaten gekauft, der um halb sieben eine kleine Portion ausgibt. Die ersten zwei Nächte hat Bruno weiter getippt. Dann hat er verstanden: Das Frühstück kommt nicht mehr vom Menschen, sondern aus dem Kasten in der Küche.
Seitdem sitzt er morgens um 6:25 Uhr vor dem Automaten und starrt ihn an. Mich lässt er schlafen. Treulose Tomate. Ich habe gemischte Gefühle, aber ausgeschlafene. Worauf man beim Kauf achten sollte, steht in der Kaufberatung Futterautomat, und warum mehrere kleine Mahlzeiten ohnehin besser sind, erklärt der Artikel Wie oft sollte man eine Katze füttern?.
Der Mittagsschlaf-Rekord
Der frühe Start rächt sich übrigens tagsüber. Ich habe an einem Sonntag aus Spaß mitgezählt: Bruno hat zwischen zehn Uhr morgens und fünf Uhr nachmittags sechs Stunden und vierzig Minuten geschlafen. An drei verschiedenen Orten. Fensterbank, Sofa, Wäschekorb mit frisch gewaschenen Handtüchen. Katzen schlafen 12 bis 16 Stunden am Tag. Bruno ist eindeutig ein Überflieger.
Die Saunasaison ist eröffnet
Im November ging auch die Saunasaison wieder los – für mich und für Bruno. Er hört inzwischen am Klicken des Schalters, wenn ich die Sauna ausschalte, und wartet vor der Tür, bis ich sie zum Lüften öffne. Dann zieht er auf die obere Bank. Manchmal schnurrt er im Schlaf. Ich muss es nach wie vor betonen: nur, wenn sie aus ist und nur noch nachwärmt.
Halloween und Besuch
Zu Halloween kamen dieses Jahr mehr Kinder an die Tür. Bruno hat sich das erste Klingeln noch angesehen, beim fünften ist er ins Schlafzimmer verschwunden. Ich habe ihm dort Wasser, Klo und Höhle hingestellt und die Tür geschlossen, damit er beim nächsten Klingeln nicht hinausflitzt.
Ein paar Wochen später hatte ich Freunde zum Essen zu Besuch. Bruno hat erst aus dem Flur zugesehen, dann jeden Gast einzeln beschnuppert und sich schließlich auf den Schoß der Person gelegt, die angeblich „keine Katzen mag“. Nach zehn Minuten hat sie ihn gestreichelt. Nach zwanzig hat sie gefragt, wo man so eine Katze bekommt. Ich habe auf den Rassen-Finder verwiesen. Birmas sind Charmeure – und Bruno ist ihr Botschafter.
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