Ratgeber · Kitten & erste Zeit

Kitten eingewöhnen: Die ersten Tage im neuen Zuhause

Von der miauzoo-RedaktionAktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Der Einzug eines Kittens ist aufregend – für dich und noch mehr für das kleine Tier. Es verlässt Mutter, Geschwister und alles Vertraute. Mit guter Vorbereitung, einem klaren Plan für die ersten Tage und viel Geduld fühlt sich dein Kitten schnell zu Hause. Und was es jetzt lernt, prägt es für sein ganzes Leben.

Den Überblick über das ganze erste Jahr – mit persönlichem Kitten-Kalender ab dem Geburtsdatum – findest du im Kitten-Wegweiser.

Der richtige Zeitpunkt

Kitten sollten frühestens mit zwölf Wochen von der Mutter getrennt werden. In dieser Zeit lernen sie von Mutter und Geschwistern Katzensprache, Beißhemmung und Sauberkeit. Zu früh abgegebene Kitten zeigen später häufiger Verhaltensprobleme. Seriöse Züchter und Tierheime geben Kitten geimpft, entwurmt, gechippt und mit Impfpass ab.

Vor dem Einzug

Thai-Katze-Kitten im ersten eigenen Zimmer (KI-generiertes Bild)KI – KI-generiertes Bild
Ein Kitten der Thai-Katze im ersten eigenen Zimmer. Mehr über Kitten der Thai-Katze →

Grundausstattung

  • Zwei Katzentoiletten mit niedrigem Einstieg und der gewohnten Streu
  • Futter- und Wassernäpfe, das bisher gewohnte Futter
  • Kratzbaum oder Kratzbretter, Kuschelhöhle oder Decke
  • Transportbox
  • Spielzeug, vor allem eine Federangel

Unsere Erstausstattungs-Checkliste zeigt dir alles auf einen Blick – passend zu deiner Rasse.

Wohnung katzensicher machen

  • Kippfenster sichern, Balkon erst mit Netz freigeben
  • Kabel verstecken oder ummanteln, Schnüre und Kleinteile wegräumen
  • Giftige Pflanzen entfernen – vor allem Lilien. Mehr im Ratgeber Giftige Pflanzen
  • Waschmaschine, Trockner und Schränke vor dem Schließen kontrollieren
  • Spalten hinter Möbeln verschließen, in denen sich ein Kitten verkriechen könnte

Plane den Einzug so, dass du die ersten Tage zu Hause bist, etwa an einem langen Wochenende oder im Urlaub.

Der erste Tag

  1. Startzimmer: Richte einen ruhigen Raum mit Toilette, Wasser, Futter und Versteck ein. Toilette und Futter stehen nicht direkt nebeneinander.
  2. Box öffnen: Stell die Transportbox ab, öffne sie und lass das Kitten selbst entscheiden, wann es herauskommt.
  3. Ruhe: Setz dich dazu, sprich leise und lass es dich beschnuppern. Kein Hochheben, kein Besuch.
  4. Toilette zeigen: Setze es nach dem Fressen und Aufwachen in die Toilette. Die meisten Kitten verstehen das sofort.
  5. Vertrauter Geruch: Ein Tuch, das nach Mutter und Geschwistern riecht, gibt Sicherheit.

Viele Kitten fressen am ersten Tag wenig, rufen nachts oder verstecken sich. Das ist normal. Frisst ein Kitten aber länger als einen Tag gar nicht, ruf in der Tierarztpraxis an.

Die ersten Wochen

  • Revier erweitern: Öffne Raum für Raum, sobald das Kitten sicher wirkt und die Toilette zuverlässig nutzt.
  • Spielen: Mehrmals täglich kurz mit der Federangel – nie mit den Händen oder Füßen, sonst lernt es, in Finger zu beißen.
  • Routinen: Feste Zeiten für Futter und Spiel geben Sicherheit.
  • Schlaf: Kitten schlafen bis zu 16 Stunden am Tag. Lass sie in Ruhe, wenn sie sich zurückziehen.

Futter: was, wie viel und wie umstellen?

Ural Rex-Kitten am Futternapf (KI-generiertes Bild)KI – KI-generiertes Bild
Ein Ural-Rex-Kitten am Futternapf. Mehr über Ural-Rex-Kitten →

Füttere in den ersten ein bis zwei Wochen genau das gewohnte Futter weiter, denn der Umzug ist schon Stress genug für den Magen. Kitten brauchen spezielles Kittenfutter, weil sie im Wachstum mehr Energie und Nährstoffe benötigen. Biete mehrere kleine Mahlzeiten am Tag an: anfangs vier, ab etwa sechs Monaten drei.

Willst du umstellen, mische das neue Futter über sieben bis zehn Tage schrittweise unter: erst ein Viertel, dann die Hälfte, dann drei Viertel. Bei Durchfall gehe einen Schritt zurück. Wie viel dein Kitten braucht, berechnet der Futterrechner. Kuhmilch ist ungeeignet und verursacht oft Durchfall – Wasser reicht.

Sozialisierung: Was jetzt gelernt wird, bleibt

American Shorthair-Kitten an der Katzentoilette (KI-generiertes Bild)KI – KI-generiertes Bild
Ein American-Shorthair-Kitten an der Katzentoilette. Mehr über American-Shorthair-Kitten →

Die wichtigste Prägephase liegt zwar zwischen der zweiten und siebten Lebenswoche, aber auch danach lernen Kitten noch besonders leicht. Nutze die Zeit, um dein Kitten behutsam an alles zu gewöhnen, was später zum Alltag gehört:

WasWie
AnfassenPfoten, Ohren und Maul kurz berühren, danach belohnen
TransportboxBox offen stehen lassen, Leckerli und Decke hineinlegen
Bürste und KrallenschereKurz zeigen, einmal bürsten, belohnen
GeräuscheStaubsauger, Türklingel und Besuch langsam und aus Distanz
AutofahrtKurze Fahrten in der Box, nicht nur zum Tierarzt

Kinder und andere Tiere

Erkläre Kindern, dass das Kitten viel Schlaf braucht und nicht gejagt oder getragen werden möchte. Lass sie anfangs nur im Sitzen und unter Aufsicht streicheln. Vorhandene Katzen oder Hunde lernen das Kitten am besten langsam kennen: erst über Gerüche, etwa durch getauschte Decken, dann durch eine Tür oder ein Gitter und erst dann direkt. Ausführliche Tipps findest du im Ratgeber Zweitkatze.

Tierarzt im ersten Monat

Vereinbare in den ersten Wochen einen Termin. Dort werden Gesundheit, Impfstatus und Entwurmung geprüft, die nächsten Impfungen geplant und das Kitten bei Bedarf gechippt. Registriere den Chip kostenlos bei TASSO oder FINDEFIX. Mehr dazu im Ratgeber Impfungen bei Katzen. Plane auch schon die Kastration ein.

Sofort zum Tierarzt, wenn dein Kitten …

  • erbricht oder Durchfall hat und dabei schlapp wirkt – Kitten trocknen schnell aus
  • länger als einen Tag nicht frisst
  • niest, verklebte Augen oder Nasenausfluss hat
  • einen aufgeblähten Bauch hat oder auffällig mager ist

Ein oder zwei Kitten?

Kitten lernen voneinander, spielen miteinander und sind seltener einsam. Gerade bei reiner Wohnungshaltung und berufstätigen Menschen sind zwei Kitten oft die bessere Wahl – sie lasten sich gegenseitig aus, und deine Hände bleiben vom Spielen verschont.

Häufige Fragen

Wo soll das Kitten nachts schlafen?

Anfangs im Startzimmer mit einer kuscheligen Höhle. Ob es später im Schlafzimmer schlafen darf, entscheidest du – aber bleib dann dabei.

Mein Kitten beißt beim Spielen. Was tun?

Unterbrich das Spiel sofort, wenn Zähne die Haut treffen, und biete stattdessen ein Spielzeug an. Strafen helfen nicht. Ein zweites Kitten ist oft die beste Lösung.

Ab wann darf mein Kitten nach draußen?

Erst nach vollständiger Grundimmunisierung, Kastration und Registrierung – frühestens mit etwa sechs Monaten. Mehr im Ratgeber Freigang.

Passende Katzen-Helfer

  • Kitten-Finder

    Welches Kitten passt zu deinem Alltag? Top 5 mit persönlichem Startplan.

  • Kitten-Kalender

    Impfungen, Entwurmung und Meilensteine fürs erste Jahr.

  • Futterrechner

    Die richtige Tagesmenge nach Gewicht, Alter und Aktivität.

Quellen und weiterführende Infos

Dieser Artikel wurde von der miauzoo-Redaktion sorgfältig recherchiert. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung.

Passend für alle Katzenrassen.

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