Die Frage, die ich am häufigsten gestellt bekomme, ist nicht „Welche Rasse ist die schönste?“. Sie lautet: „Welche Katze passt zu mir?“ Und darauf gibt es keine einfache Antwort. Es kommt darauf an, wie viel Zeit man hat. Wie groß die Wohnung ist. Ob Kinder im Haus leben. Ob jemand Allergien hat. Ob man eine Katze möchte, die mitredet, oder eine, die lieber zuhört.
Im Mai 2025 habe ich mich drangesetzt und einen Test gebaut: den Rassenfinder.
Zwölf Fragen
Die erste Version hatte 30 Fragen. Viel zu viele. Niemand füllt 30 Fragen aus, um eine Katze zu finden. Bruno auch nicht – er ist bei Frage acht eingeschlafen, auf der Tastatur.
Also habe ich gekürzt. Was ist wirklich wichtig? Am Ende waren es zwölf Fragen: Wohnungsgröße, Freigang, Zeit pro Tag, Erfahrung mit Katzen, Kinder, andere Tiere, Allergien, Pflegeaufwand, Aktivität, Gesprächigkeit, Größe und Fell. Daraus berechnet der Finder, welche Rassen am besten passen – und zeigt bei jeder, warum.
Der erste Testkandidat
Natürlich habe ich den Rassenfinder als erstes für Bruno ausgefüllt. Also, für jemanden, der Bruno sucht. Wohnung mit Balkon, kein Freigang, viel Zeit, ein ruhiger Mensch, keine Kinder, wenig Lust auf lautes Maunzen, gerne verschmust.
Das Ergebnis beim ersten Testlauf: Platz eins, Sphynx. Platz zwei, Devon Rex. Platz drei, Heilige Birma.
Ich hatte einen Fehler in der Gewichtung. Der Pflegeaufwand war falsch herum berechnet, und alle Katzen mit wenig Fell landeten oben. Bruno hat mich angeschaut, als hätte ich ihn gerade durch eine Nacktkatze ersetzen wollen. Ich habe den Fehler noch am gleichen Abend behoben. Seitdem landet die Birma bei diesen Antworten auf Platz eins. Wie es sein muss.
Wer selbst testen will: Hier geht es zum Rassen-Finder. Und wer danach zwei Favoriten nebeneinanderstellen möchte, nutzt den Rassenvergleich.
Warum ein Test nicht alles ist
Ich habe in den Rassenfinder einen Satz geschrieben, der mir wichtig ist: Eine Rasse ist eine Tendenz, kein Versprechen. Jede Katze ist ein eigenes Wesen. Es gibt laute Birmas und ruhige Siamkatzen. Der Finder hilft bei der Richtung, aber am Ende lernst du deine Katze erst kennen, wenn sie bei dir lebt.
Und: Nicht jede passende Katze muss eine Rassekatze sein. Im Tierheim warten wunderbare Katzen, deren Rasse niemand kennt. Mogli, unser Nachbarskater, ist vermutlich eine bunte Mischung. Und einer der charakterstärksten Kater, die ich kenne.
Fünf Jahre Zuhause
Am 16. Mai, dem fünften Einzugstag, habe ich zum ersten Mal ein Foto vom ersten Tag neben ein aktuelles gelegt. Damals: ein kleines Fellknäuel mit riesigen Ohren und Angst vor dem Staubsauger. Heute: ein großer, gelassener Kater mit Halskrause und – Angst vor dem Staubsauger. Manche Dinge ändern sich nie.
Ich habe an diesem Abend die erste Frage im Rassenfinder noch einmal umformuliert. Sie lautet jetzt: „Wie sieht dein Alltag aus?“ Weil es darum geht. Nicht darum, wie eine Katze aussieht. Sondern darum, ob ihr zusammen glücklich werdet. Wer das erste Mal eine Katze bei sich aufnimmt, findet die wichtigsten Tipps im Ratgeber Kitten eingewöhnen.
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