Ratgeber · Zuhause & Alltag

Giftige Pflanzen für Katzen – und sichere Alternativen

Von der miauzoo-RedaktionAktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Katzen knabbern gern an Pflanzen – aus Neugier, aus Langeweile oder weil Grünes beim Hochwürgen von Haaren hilft. Viele beliebte Zimmer-, Garten- und Schnittpflanzen sind für Katzen aber giftig, manche schon in winzigen Mengen. Wer die gefährlichsten kennt und einige Regeln beachtet, kann trotzdem ein grünes, katzensicheres Zuhause haben.

Besonders gefährlich: Lilien

Alle echten Lilien (Lilium) und Taglilien (Hemerocallis) sind für Katzen hochgiftig. Schon geringe Mengen von Blättern, Blüten, Pollen oder sogar das Blumenwasser können innerhalb von ein bis drei Tagen zu akutem Nierenversagen führen. Es reicht, wenn sich eine Katze Pollen aus dem Fell leckt. Lilien gehören deshalb gar nicht in einen Katzenhaushalt – auch nicht als Schnittblumen im Strauß.

Kontakt mit Lilien? Nicht abwarten!

Fahre sofort zur Tierarztpraxis oder Tierklinik, auch wenn deine Katze noch völlig normal wirkt. Je früher die Behandlung mit Infusionen beginnt, desto besser sind die Chancen, die Nieren zu retten.

Giftige Pflanzen im Überblick

BereichGiftige Pflanzen (Auswahl)Typische Wirkung
ZimmerpflanzenDieffenbachie, Monstera, Philodendron, Efeutute, Einblatt, Zamioculcas, Gummibaum, Aloe veraBrennen im Maul, Speicheln, Erbrechen
Blühpflanzen und SchnittblumenLilien, Weihnachtsstern, Alpenveilchen, Amaryllis, Maiglöckchen, Christrose, ChrysanthemenVon Magen-Darm-Beschwerden bis Herz- und Nierenschäden
ZwiebelpflanzenTulpe, Narzisse, Hyazinthe, KrokusErbrechen, Durchfall; Zwiebeln besonders giftig
Garten und BalkonOleander, Efeu, Eibe, Engelstrompete, Rhododendron, Fingerhut, Goldregen, KirschlorbeerTeils schwere Herz- und Nervenschäden
Die Liste ist nicht vollständig. Prüfe neue Pflanzen vor dem Kauf in einer Giftpflanzen-Datenbank.

Auch diese Dinge sind gefährlich

  • Ätherische Öle: Teebaum-, Eukalyptus- und Zitrusöle werden von Katzen schlecht abgebaut – auch in Duftlampen und Diffusern.
  • Lebensmittel: Zwiebeln, Knoblauch, Schokolade, Weintrauben und Rosinen.
  • Medikamente: Paracetamol und Ibuprofen sind für Katzen giftig.
  • Garten: Schneckenkorn, Rattengift, Frostschutzmittel und Pflanzenschutzmittel.

Anzeichen einer Vergiftung

  • Erbrechen, Durchfall, starkes Speicheln oder Schaum vor dem Maul
  • Pfoten am Maul, Schluckbeschwerden
  • Apathie oder auffällige Unruhe, Zittern, Krämpfe, Taumeln
  • Atemnot, auffällig blasse oder verfärbte Schleimhäute
  • Bei Lilien: anfangs oft nur Erbrechen und Appetitlosigkeit, nach ein bis drei Tagen Nierenversagen

Was tun im Notfall?

  1. Ruhe bewahren und anrufen: Kontaktiere sofort deine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik – auch nachts.
  2. Beweise sichern: Nimm die Pflanze, Pflanzenteile oder ein Foto davon mit, ebenso Erbrochenes.
  3. Nichts auf eigene Faust: Löse kein Erbrechen aus und gib keine Hausmittel wie Milch, Öl oder Salz.
  4. Fell reinigen: Hat deine Katze Pollen oder Saft im Fell, wische ihn vorsichtig mit einem feuchten Tuch ab, damit sie ihn nicht ableckt.
  5. Nicht warten: Fahre auch ohne Symptome los, wenn du weißt, dass deine Katze an einer Lilie war.

Sichere Alternativen

Diese Pflanzen gelten für Katzen als ungiftig und machen sich gut in der Wohnung:

  • Zum Knabbern: Katzengras, Zyperngras, Katzenminze, Baldrian
  • Grünpflanzen: Grünlilie, Bergpalme, Kentiapalme, Calathea, Pfeilwurz (Maranta), Pilea
  • Blühend: Usambaraveilchen, Orchidee (Phalaenopsis)
  • Kräuter: Basilikum, Thymian, Zitronenmelisse

So bleibt die Katze von Pflanzen fern

  • Biete Katzengras an – viele Katzen lassen die anderen Pflanzen dann in Ruhe.
  • Stelle empfindliche Pflanzen in Räume, die die Katze nicht betritt.
  • Hängeampeln helfen nur bedingt: Herabfallende Blätter landen trotzdem am Boden.

Häufige Fragen

Fressen Katzen giftige Pflanzen nicht von selbst?

Leider doch. Besonders junge, gelangweilte Wohnungskatzen knabbern an fast allem. Verlass dich nicht darauf, dass deine Katze Gefährliches meidet.

Ist Monstera für Katzen giftig?

Ja. Monstera enthält wie Dieffenbachie und Philodendron Calciumoxalat-Kristalle, die Maul und Rachen stark reizen. Schwere Vergiftungen sind selten, die Beschwerden aber schmerzhaft.

Sind getrocknete Pflanzen ungefährlich?

Nein. Viele Giftstoffe bleiben auch in getrockneten Pflanzen erhalten, etwa in Trockensträußen mit Lilien.

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Quellen und weiterführende Infos

Dieser Artikel wurde von der miauzoo-Redaktion sorgfältig recherchiert. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung.

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