Drei Wochen nach dem Einzug stand Brunos erster eigener Tierarztbesuch an. Ich war nervöser als er. Er saß in der Transportbox und schaute mit diesem Blick hinaus, den ich später noch oft sehen sollte: eine Mischung aus Neugier und tiefer Empörung über die Ungerechtigkeit der Welt.
Der Gesundheitscheck
Die Tierärztin hat ihn gründlich untersucht: Herz und Lunge abgehört, Ohren und Augen angeschaut, das Maul geöffnet, den Bauch abgetastet, das Fell auf Parasiten kontrolliert. Alles bestens. Bruno hat das Abhören mit einem tiefen Schnurren quittiert, was die Tierärztin zum Lachen brachte. „So kann ich sein Herz nicht hören“, sagte sie. Bruno schnurrte lauter.
Auf der Waage: 1.650 Gramm. Schön im Plan. Die Tierärztin hat mir erklärt, dass ich ihn in den ersten Monaten regelmäßig wiegen soll – eine stetige Zunahme ist bei Kitten das beste Zeichen, dass alles stimmt. Ich habe seitdem eine Küchenwaage, die nur für ihn da ist. Wie viel ein Kitten in welchem Alter wiegen sollte, steht im Artikel Alter eines Kittens bestimmen.
Warum die Transportbox mit Deckel so viel ausmacht
Ich war unendlich froh, dass ich auf die Züchterin gehört hatte. Unsere Transportbox lässt sich von oben öffnen. Statt Bruno an den Pfoten herauszuziehen, hat die Tierärztin einfach den Deckel abgenommen und ihn in der unteren Hälfte untersucht. Er blieb in seiner vertrauten Box, mit seiner Decke, und fand das Ganze nur halb so schlimm.
Seit diesem Tag steht die Box dauerhaft im Wohnzimmer, mit einer Decke darin. Bruno schläft manchmal darin. So ist sie kein „Tierarzt-Ding“, sondern ein Möbelstück. Mehr Tipps in der Kaufberatung Transportbox.
Der Chip – und warum er allein nicht reicht
Den Mikrochip hatte Bruno schon von der Züchterin. Die Tierärztin hat ihn ausgelesen, eine 15-stellige Nummer erschien. Und dann sagte sie einen Satz, der mich erschreckt hat: „Ist er registriert?“
War er nicht. Ich dachte, der Chip reicht. Tut er nicht. Der Chip ist nur eine Nummer. Erst wenn man ihn bei TASSO oder FINDEFIX registriert, verbindet die Nummer die Katze mit dem Halter. Wenn eine entlaufene Katze gefunden und ausgelesen wird, weiß ohne Registrierung niemand, wem sie gehört. Die Registrierung ist kostenlos und dauert fünf Minuten. Ich habe sie noch im Wartezimmer erledigt.
Was ich vom ersten Tierarztbesuch mitgenommen habe
Ich habe gelernt, eine Liste mitzunehmen. Ich hatte zwölf Fragen und habe mich im Behandlungsraum an genau zwei erinnert. Beim nächsten Mal hatte ich einen Zettel dabei: Wann ist die nächste Impfung? Was hat es mit der Kastration auf sich? Welches Futter? Wie viel?
Zu den Impfungen hat die Tierärztin mir alles erklärt, was im Ratgeber Impfungen bei Katzen steht. Und beim Futter hat sie mir den Tipp gegeben, nicht nach Gefühl zu füttern, sondern nach Gewicht. Genau dafür habe ich Jahre später den Futterrechner gebaut.
Auf dem Heimweg hat Bruno geschlafen. Ich nicht. Ich habe überlegt, ob ich eine Krankenversicherung für ihn brauche. Eine Frage, die mir zwei Monate später sehr unangenehm beantwortet werden sollte. Aber zuerst kam etwas anderes. Etwas, das stinkt.
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