Bruno: 14 Wochen alt

Der Schoß ist besetzt – Homeoffice mit Kitten und der Krieg gegen die Kabel

Eine Woche nach dem Einzug hatte Bruno entschieden, wo er tagsüber schläft: auf meinem Schoß. Nicht auf dem Kuschelbett für 49 Euro. Nicht in der Höhle am Kratzbaum. Auf meinem Schoß, während ich am Schreibtisch saß.

Das wäre an sich schön gewesen, wenn ich nicht im Homeoffice gearbeitet hätte. Mit Videokonferenzen. Mit Kamera.

Die bekannteste Katze der Firma

Nach einer Woche kannten meine Kollegen Bruno besser als mich. Er tauchte in jeder Besprechung auf: erst als Ohrenspitze am unteren Bildrand, dann als Schwanz, der quer durchs Bild wedelte, und einmal als Hinterteil, das sich direkt vor die Kamera setzte, während ich die Quartalszahlen präsentierte. Mein Chef hat danach gesagt, es sei die beste Präsentation des Jahres gewesen. Ich glaube, er meinte nicht mich.

Ich habe gelernt: Wenn ein Kitten auf dem Schoß schläft, bewegt man sich nicht. Man trinkt den Kaffee kalt. Man verschiebt den Toilettengang. Man hat Hunger. Man ist glücklich.

Warum Kitten so viel schlafen

Bruno schlief damals gefühlt 20 Stunden am Tag. Das ist völlig normal: Kitten brauchen sehr viel Schlaf, weil im Schlaf gewachsen und Gelerntes verarbeitet wird. Zwischen den Schlafphasen gibt es kurze, explosive Wachphasen – Tierärzte nennen das „Zoomies“, ich nannte es „die fünf Minuten, in denen die Wohnung explodiert“.

In diesen Phasen braucht ein Kitten Beschäftigung. Ich habe gelernt, dass zwei, drei kurze Spielrunden am Tag mehr bringen als eine lange. Welches Spielzeug für welchen Katzentyp passt, steht in unserem Katzenspielzeug-Vergleich.

Kater gegen Kabel: 0 zu 1

Ich war stolz auf meine kittensichere Wohnung. Alle Kabel in Kanälen, alle Ladekabel in Schubladen. Dachte ich.

Eines Abends fand ich Bruno hinter dem Fernseher. Er saß da mit einer Miene vollkommener Unschuld. Vor ihm lag das Ladekabel meines Handys – in zwei Teilen. Ich hatte es nach dem Laden auf dem Sideboard liegen lassen, und er hatte es gefunden, heruntergeholt und fachgerecht zerlegt. Zum Glück war es nicht eingesteckt.

Mir ist der Schreck in die Knochen gefahren. Ein Biss in ein Kabel unter Strom kann Verbrennungen im Maul und gefährliche Lungenprobleme verursachen. Seitdem gilt bei uns eine eiserne Regel: Ladekabel kommen nach dem Laden sofort weg. Und Bruno hat ein eigenes Kauspielzeug bekommen, auf dem er herumknabbern darf. Die Kabel-Tipps stehen auch im Ratgeber Kerzen, Lichterketten und Co. – spätestens an Weihnachten wird das wieder wichtig.

Erziehung? Eher Umleitung

Natürlich hat Bruno auch meine Hände als Spielzeug entdeckt. Kitten testen, wie fest sie beißen dürfen – bei Geschwistern lernen sie das durch ein empörtes Quieken. Ich habe gelernt: Hände sind kein Spielzeug. Wenn er zubeißt, höre ich auf zu spielen und biete ihm stattdessen die Federangel an. Nach ein paar Wochen hatte er es verstanden. Meistens. Mehr dazu im Ratgeber Kitten erziehen: Beißen, Kratzen, Toilette.

Am Ende jedes Tages lag er wieder auf meinem Schoß. Mein Rücken war krumm, mein Kaffee kalt, mein Handy ohne Ladekabel. Ich hätte es um nichts in der Welt eingetauscht.

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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.

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