Es begann mit dem Katzenklo. Bruno war munter, er fraß, er spielte, er jagte nachts um drei seine Spielmaus durch den Flur. Aber das Katzenklo erzählte eine andere Geschichte. Eine weiche, sehr deutliche, sehr stinkende Geschichte.
Nach zwei Tagen Durchfall habe ich in der Tierarztpraxis angerufen. Die Antwort kam schnell: „Das klingt nach Giardien. Bringen Sie eine Sammelkotprobe von drei Tagen.“
Was sind Giardien?
Giardien sind einzellige Darmparasiten. Sie kommen bei jungen Katzen häufig vor, gerade bei Kitten aus Würfen, auch aus sehr guten Zuchten. Viele Katzen tragen sie ohne Beschwerden, bei Kitten lösen sie oft Durchfall aus, der schleimig und übelriechend ist. Gefährlich werden sie meist nicht – aber hartnäckig sind sie. Und die Katze steckt sich über ihr Fell immer wieder neu an.
Eine Sammelkotprobe bedeutet übrigens genau das, wonach es klingt: drei Tage lang Kot einsammeln, in einem Röhrchen im Kühlschrank aufbewahren und dann zur Praxis bringen. Ich habe das Röhrchen in drei Tüten verpackt und die Kühlschranktür jedes Mal mit geschlossenen Augen geöffnet.
Diagnose und Behandlung
Der Test war positiv. Bruno bekam fünf Tage lang ein Medikament, danach eine Pause und noch einmal fünf Tage. Die Tierärztin hat mir aber gleich gesagt: Das Medikament ist nur die halbe Miete. Die andere Hälfte heißt Hygiene.
Der Putzmarathon
Mein Alltag in diesen drei Wochen: Katzenklo jeden Tag komplett leeren, mit heißem Wasser reinigen, trocknen, neu befüllen. Näpfe nach jeder Mahlzeit heiß spülen. Decken und Kissen waschen, bei 60 Grad. Und Brunos Hinterteil nach jedem Klogang mit einem feuchten Tuch säubern, damit er die Erreger nicht aus dem Fell aufnimmt.
Bruno hielt Letzteres für eine bodenlose Unverschämtheit. Er hat mich angesehen, als hätte ich ihm die Würde genommen. Nach ein paar Tagen hat er sich daran gewöhnt und nur noch theatralisch geseufzt.
Ich habe in dieser Zeit sehr viel über Katzenstreu gelernt. Klumpstreu lässt sich leichter sauber halten, und während der Behandlung habe ich lieber öfter komplett gewechselt. Welche Streu wofür taugt, steht im Artikel Katzenstreu im Vergleich. Und ein zweites Katzenklo, wie es ohnehin empfohlen wird, war Gold wert: eins in Benutzung, eins zum Trocknen. Mehr zum Thema im Katzenklo-Vergleich.
Fressen trotz Durchfall
Bruno hatte die ganze Zeit Appetit, und das war das Wichtigste. Die Tierärztin hat mir geraten, beim gewohnten Futter zu bleiben und keine Experimente zu machen. Bei Durchfall ist Flüssigkeit wichtig, also habe ich etwas Wasser unter das Nassfutter gerührt – ein Trick, den ich bis heute nutze. Mehr dazu im Artikel Wie viel Wasser braucht eine Katze?.
Wieder ganz der Alte
Nach drei Wochen kam die Kontrollprobe: negativ. Bruno war giardienfrei. Ich habe mich über eine Laborrechnung noch nie so gefreut. Bruno hat in der ganzen Zeit übrigens zugenommen. Er war nie wirklich krank, nur sein Darm hatte ungebetene Mitbewohner.
Was ich gelernt habe: früh zum Tierarzt, nicht selbst herumdoktern, Hygiene ist die halbe Miete – und ein Kitten-Hinterteil zu putzen ist ein Akt der Liebe, für den man keinen Dank erwarten darf.
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