Bruno: 13 Wochen alt

Einzugstag: Brunos erste Stunden in seinem neuen Zuhause

Der 16. Mai 2020 war ein Samstag, und ich war um fünf Uhr wach. Nicht weil ich musste. Weil ich nicht schlafen konnte. Heute würde Bruno einziehen – dreizehn Wochen alt, 1.400 Gramm schwer, die Ohren immer noch eine Nummer zu groß.

Bei der Züchterin gab es einen Ordner mit Impfpass, Kaufvertrag, Futterplan und Stammbaum. Was in so einem Stammbaum steht und wie man die Codes liest, habe ich mir später genau angeschaut – das Ergebnis steht im Ratgeber Stammbaum bei Katzen. Dann kam der Abschied von Mama, und ich habe so getan, als hätte ich etwas im Auge.

Drei Protest-Miaus

Die Transportbox stand auf dem Beifahrersitz, angeschnallt und mit einem Tuch abgedeckt. Bruno hat die 40 Minuten Fahrt mit genau drei Miaus kommentiert. Eins beim Losfahren, eins an der ersten Ampel und eins, als ich „Wir sind gleich da“ gesagt habe. Ich glaube, das letzte war Sarkasmus.

Zu Hause habe ich die Box im Startzimmer abgestellt, die Tür geöffnet und mich daneben auf den Boden gesetzt. Und gewartet. Nach zehn Minuten kam erst eine Nase heraus, dann zwei weiße Pfoten, dann der ganze Bruno. Er hat einen Rundgang gemacht, jede Ecke beschnuppert, das Klo inspiziert – und ist dann in Höchstgeschwindigkeit unters Sofa geflitzt.

Die wichtigste Regel: nichts tun

Es war schwer. Ich wollte ihn streicheln, mit ihm spielen, ihm alles zeigen. Aber die wichtigste Regel beim Eingewöhnen ist: Das Kitten bestimmt das Tempo. Also habe ich mich mit einem Buch aufs Sofa gesetzt – über ihm – und gelesen. Oder so getan.

Nach zwei Stunden kam ein Pfötchen unter dem Sofa hervor. Dann ein Kopf. Am Abend hat er gefressen, das Klo benutzt (ich hätte applaudieren können) und sich dann neben meine Füße gelegt. Ganz kurz. Dann wieder unters Sofa. Aber er war da gewesen. Was in den ersten Tagen hilft und was man lieber lässt, habe ich im Ratgeber Kitten eingewöhnen zusammengefasst.

Die erste Nacht

Ich hatte beschlossen, die erste Nacht im Arbeitszimmer auf einer Isomatte zu schlafen, damit er nicht allein ist. Um zwei Uhr wachte ich auf, weil etwas Warmes auf meinen Füßen lag. Bruno. Er hatte sich auf meine Decke gelegt, zusammengerollt wie eine Zimtschnecke, und schnurrte so leise, dass ich es fast nur gespürt habe.

Ich habe mich bis morgens nicht bewegt. Die Isomatte war hart, mein Rücken hat sich drei Tage lang beschwert. Es war die beste Nacht des Jahres.

Tag vier: Das Zimmer gehört jetzt ihm

Aus dem schüchternen Unter-dem-Sofa-Kater wurde in vier Tagen ein selbstbewusster Hausherr. Am vierten Tag habe ich die Tür zum Flur geöffnet, und Bruno hat jeden Raum abgeschritten wie ein Wohnungsbesichtiger mit hohen Ansprüchen. Das Bad: akzeptabel. Die Küche: interessant, besonders der Kühlschrank. Das Schlafzimmer: sofort beschlagnahmt.

Abends lag er zum ersten Mal freiwillig auf meinem Schoß. Dass dieser Schoß ab sofort sein Eigentum ist, wusste ich da noch nicht. Mehr dazu im nächsten Eintrag.

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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.

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