Ich habe Bruno zum Einzug ungefähr zwanzig Spielzeuge gekauft. Bälle mit Glöckchen, Mäuse mit Katzenminze, einen Tunnel, einen Kratzball, eine Spielschiene mit Kugeln. Nach zwei Wochen stand fest: Er interessiert sich für genau zwei Dinge. Den Karton, in dem der Tunnel geliefert wurde. Und die Federangel.
Der perfekte Jäger (theoretisch)
Wenn ich die Federangel aus der Schublade hole, verändert sich Bruno. Die Pupillen werden riesig, der Körper geht flach auf den Boden, der Hintern fängt an zu wackeln. Dann: Sprung. Mit allen vier Pfoten in die Luft, die Krallen ausgefahren, das Maul offen.
Er trifft selten. Sehr selten. Einmal ist er so engagiert hinter der Feder hergesprungen, dass er gegen den Sessel geprallt ist. Er hat kurz gestutzt, sich umgesehen, ob es jemand gesehen hat, und dann so getan, als hätte er genau das gewollt. Er gibt nie auf.
Warum Jagdspiele so wichtig sind
Katzen sind Jäger. Auch eine Wohnungskatze, die noch nie eine Maus gesehen hat, trägt diesen Trieb in sich: anschleichen, lauern, springen, fangen. Wenn dieser Trieb kein Ventil findet, sucht er sich eins – Füße unter der Bettdecke, Hände, Vorhänge.
Die Federangel ist perfekt dafür, weil ich die Beute bewegen kann wie ein echtes Tier: Sie versteckt sich hinter dem Sofa, flüchtet, bleibt kurz liegen, zuckt. Bruno hat dabei mehr Spaß als bei jedem Ball, der einfach nur herumrollt. Welche Spielzeuge für welche Katze passen, steht in unserem Katzenspielzeug-Vergleich.
So spielen wir
Ich habe mir ein paar Regeln angewöhnt, die ich später auch im Ratgeber Beschäftigung für Katzen aufgeschrieben habe:
Lieber zwei bis drei kurze Runden am Tag als eine lange. Zehn Minuten reichen, wenn sie intensiv sind. Die Beute bewegt sich weg von der Katze, nicht auf sie zu – keine Maus springt einer Katze freiwillig ins Gesicht. Und am Ende darf die Katze immer gewinnen. Bruno fängt die Feder, beißt einmal kräftig hinein und trägt sie stolz davon. Danach gibt es ein kleines Leckerli – das ist seine „Beute“.
Warum er gewinnen muss
Das klingt albern, ist aber wichtig. Eine Katze, die nie etwas fängt, bleibt frustriert und aufgedreht. Mit dem „Fang“ am Ende schließt sich der Kreis: jagen, fangen, fressen, putzen, schlafen. Genau in dieser Reihenfolge läuft es bei Bruno seitdem fast jeden Abend ab. Nach der Spielrunde frisst er, putzt sich ausgiebig und schläft dann bis zum Morgen. Fast.
Seit es die Federangel gibt, lässt er übrigens meine Zehen unter der Bettdecke in Ruhe. Das allein war jeden Cent wert.
Wichtig: wegräumen
Nach dem Spielen kommt die Federangel zurück in die Schublade. Schnur und Federn können verschluckt werden, und eine Katze, die allein mit einer Schnur spielt, ist ein Notfall in Wartestellung. Damals habe ich das eher aus Vorsicht gemacht. Im August sollte ich lernen, wie recht ich damit hatte.
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