Bruno: 5 Monate alt

Die Nacht, die ich nie vergessen werde: Bruno hat eine Schnur verschluckt

Um zwei Uhr nachts hat mich ein Geräusch geweckt, das jeder Katzenmensch kennt und fürchtet: dieses rhythmische, würgende Hicksen. Bruno hat erbrochen. Dann noch einmal. Und dann noch einmal. Er saß zusammengekauert im Flur, die Augen halb geschlossen, und wollte nicht einmal sein Lieblingsleckerli.

Im Erbrochenen habe ich ein kurzes Stück braune Schnur gefunden. Da wusste ich sofort, woher es kam. Am Nachmittag hatte ich auf dem Balkon die Tomaten hochgebunden, und Bruno hatte sich minutenlang mit dem Schnurknäuel beschäftigt. Ich hatte gedacht, er spielt nur.

Warum Schnüre so gefährlich sind

Katzenzungen haben kleine Widerhaken, die nach hinten zeigen. Was einmal im Maul ist, wird fast zwangsläufig geschluckt. Lange, dünne Dinge – Schnur, Wolle, Geschenkband, Lametta – können sich im Darm verhaken. Der Darm versucht, sie weiterzuschieben, zieht sich dabei zusammen wie eine Ziehharmonika und kann im schlimmsten Fall reißen. Tierärzte nennen das einen „linearen Fremdkörper“, und es ist ein echter Notfall.

Der Anruf

Ich habe den tierärztlichen Notdienst angerufen. Ich musste die Nummer erst suchen, mit zitternden Fingern, und das hat wertvolle Minuten gekostet. Die Antwort war klar: sofort kommen. Um halb drei saßen wir im Auto. Bruno in der Box, still. Ich am Steuer, noch stiller.

In der Tierklinik

Die Tierärztin hat Bruno abgetastet und einen Ultraschall gemacht. Das Ergebnis: Im Magen lag noch ein Knäuel Schnur. Im Darm, zum Glück, nichts. Ein Stück hatte er also selbst wieder herausgewürgt, der Rest steckte noch fest.

Am Morgen wurde Bruno unter Narkose gespiegelt. Bei einer Magenspiegelung wird ein dünner Schlauch mit Kamera und einer winzigen Zange durch das Maul in den Magen geschoben. So ließ sich die Schnur ohne Bauchschnitt herausholen. Ich habe zwei Stunden im Wartezimmer gesessen und die Wand angestarrt. Ich kann sie bis heute im Detail beschreiben.

Am Nachmittag durfte ich ihn abholen. Noch wackelig von der Narkose, mit einem rasierten Fleck am Vorderbein, wo der Zugang gelegen hatte. Er hat mich aus der Box angesehen und leise gemaunzt. Ich habe im Auto geheult.

Die Tage danach

Zwei Tage Schonkost in kleinen Portionen, dann war Bruno wieder ganz der Alte. Er hat sich lautstark beschwert, dass es so wenig gibt, und mich angesehen, als hätte ich die Schnur höchstpersönlich in seinen Magen gelegt. Ein Schuldgefühl, das ich mir übrigens auch selbst gemacht habe.

Was ich gelernt habe

Schnüre, Bänder, Fäden und Gummis sind kein Spielzeug – sie gehören weggeräumt. Wenn ein Faden aus Maul oder Po hängt: niemals ziehen, sofort zum Tierarzt. Die Notdienst-Nummer gehört ins Handy, bevor man sie braucht. Und Federangeln kommen nach dem Spielen in die Schublade.

Und dann war da noch die Rechnung. Notdienst, Ultraschall, Narkose, Magenspiegelung – eine Summe, bei der ich kurz schlucken musste. Noch in derselben Woche habe ich eine OP-Versicherung für Bruno abgeschlossen. Was es da gibt und worauf man achten sollte, steht im Ratgeber Katzenversicherung, und vergleichen kann man im Versicherungsvergleich.

Die Tomaten werden seitdem mit Pflanzclips festgemacht. Bruno hat das neue System inspiziert und für langweilig befunden. Genau so soll es sein.

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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.

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