Bruno: 5 Monate alt

Balkon-Abenteuer: Geschirrtraining, Schmetterlinge und die große weite Welt

Im Juli saß Bruno jeden Tag an der Balkontür und starrte hinaus. Vögel, Bienen, Blätter, die vorbeiwehten – die Welt da draußen war offensichtlich viel spannender als mein Wohnzimmer. Er hat gemaunzt. Er hat an der Scheibe gekratzt. Er hat mich angesehen, als würde ich ihn gefangen halten. Was ich, rein technisch, auch tat.

Freigang? Für uns keine Option

Ich habe lange überlegt, ob Bruno Freigänger werden soll. Die Antwort war für uns: nein. Wir wohnen nah an einer Straße, und Heilige Birmas sind sehr vertrauensselig – Bruno würde vermutlich jedem Auto entgegenlaufen, um Hallo zu sagen. Dazu kommt, dass Rassekatzen leider auch gestohlen werden. Welche Katzen sich für Freigang eignen und wie man ihn gut vorbereitet, steht im Ratgeber Freigang.

Also musste ein Kompromiss her: der Balkon. Mit Katzennetz rundherum ist er ein sicherer Außenbereich. Ich habe Töpfe mit Katzengras, Tomaten und Kräutern aufgestellt, einen Hocker zum Ausschauhalten und eine Decke in den Schatten gelegt. Wie man so ein Netz montiert, ohne den Vermieter zu verärgern, steht im Artikel Katzennetz für Balkon und Fenster.

Geschirrtraining: der Schnecken-Moonwalk

Für gelegentliche Ausflüge in den Hof wollte ich Bruno an ein Geschirr gewöhnen. Erstes Anziehen: Bruno hat sich auf den Boden fallen lassen und ist dann rückwärts durch den Flur gerobbt. Wie eine Schnecke im Moonwalk. Zwei Meter. Dann hat er sich hingelegt und mich vorwurfsvoll angesehen.

Ich habe mich an die Regeln gehalten, die ich später in der Kaufberatung Katzengeschirr und Leine aufgeschrieben habe: kurz anziehen, Leckerli, wieder ausziehen. Jeden Tag ein bisschen länger. Nach einer Woche lief Bruno mit dem Geschirr, als wäre es nie anders gewesen. Wichtig: ein ausbruchsicheres Westengeschirr, niemals ein Halsband an der Leine.

Erste Schritte draußen

Anfang August waren wir zum ersten Mal im Hof. Bruno hat fünf Minuten lang an einem einzigen Grashalm gerochen. Dann am nächsten. Dann hat er einen Käfer entdeckt, und die Welt war vergessen. Ich stand daneben, die Leine in der Hand, und habe gedacht: So sieht reines Glück aus. Bei ihm. Bei mir auch.

Schmetterlinge, die Erzfeinde

Auf dem Balkon hat Bruno seine Bestimmung gefunden: Schmetterlinge jagen. Jeden Kohlweißling, der sich zu unseren Tomaten verirrt, verfolgt er mit voller Konzentration. Er springt, er schnappt, er klatscht mit den Pfoten in die Luft. Gefangen hat er keinen. Er ist sich sicher, dass es beim nächsten Mal klappt.

Das Netz hält ihn sicher hinter der Brüstung, egal wie engagiert er springt. Ohne Netz wäre so ein Balkon für eine junge Katze lebensgefährlich – Katzen stürzen bei der Jagd auf Insekten erstaunlich oft ab.

Eine Sache habe ich übersehen

Die Tomaten hatte ich mit Gartenschnur an Stäben hochgebunden. Ein kleines Knäuel Schnur lag in einer Kiste in der Ecke. Ich habe mir nichts dabei gedacht. Das war ein Fehler. Davon erzählt der nächste Eintrag.

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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.

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