Im Januar 2024 war mein Rassen-Notizbuch voll. Ich habe ein zweites angefangen. Freunde fragten mich inzwischen regelmäßig, welche Katze zu ihnen passen würde. Eine Kollegin wollte wissen, ob eine Maine Coon in eine Zweizimmerwohnung passt (eher nicht). Ein Nachbar fragte, ob es Katzen für Allergiker gibt (es gibt Rassen, die besser vertragen werden, aber keine allergenfreien). Und ich merkte: Ich beantworte diese Fragen gern. Ausführlich. Ehrlich.
Bruno lag daneben, während ich schrieb. Vielleicht, dachte ich, sollte ich das alles irgendwo aufschreiben, wo es auch andere lesen können.
Erste Schritte mit WordPress
Im April habe ich angefangen, eine kleine Webseite zu bauen. Erst mal nur für mich, um meine Notizen zu Katzenrassen zu ordnen. Ich hatte keine Ahnung von Webseiten. Ich wusste nicht, was ein Theme ist, was ein Plugin macht und warum alles anders aussieht, als ich es mir vorgestellt habe.
Bruno hat sich auf den Laptop gelegt, sobald ich das erste Theme installiert hatte. Ich deute das als Zustimmung. Oder als Hinweis, dass die Tastatur warm ist. Vermutlich beides.
Die Tastatur-Prüfung
Bruno hat in dieser Zeit ein neues Hobby entwickelt: Er legt sich auf die Tastatur, sobald ich länger als zehn Minuten schreibe. Nicht daneben. Drauf. Mit dem ganzen Körper, die Pfoten über dem Touchpad, den Kopf auf der Leertaste.
Einmal hat er dabei einen ganzen Absatz über die Maine Coon gelöscht. Ein anderes Mal hat er einen Steckbrief mit 400 Mal dem Buchstaben „j“ ergänzt. Ich habe beschlossen, dass das sein Qualitätscheck ist. Was ihn langweilt, war vermutlich zu lang. Ich habe den Maine-Coon-Text danach tatsächlich kürzer geschrieben. Er ist besser geworden. Lies selbst: Der Maine-Coon-Steckbrief hat Brunos Prüfung bestanden.
Was die Seite können sollte
Ich hatte von Anfang an eine Liste, was meine Seite anders machen sollte als die, die mich geärgert hatten:
Ehrliche Steckbriefe mit allem, auch Erbkrankheiten und Pflegeaufwand. Keine Rasse wird beworben, die unter Qualzucht leidet. Werkzeuge, die wirklich helfen – zum Beispiel ein Test, welche Rasse zum eigenen Alltag passt. Daraus ist später der Rassen-Finder geworden. Und Ratgeber, die man versteht, ohne Tiermedizin studiert zu haben.
Vier Jahre Zuhause
Am 16. Mai, dem vierten Einzugstag, saß ich abends am Laptop und habe an meiner Seite gebastelt. Bruno lag daneben. Ich habe kurz innegehalten und gedacht: Ohne ihn würde es das alles nicht geben. Ich hätte nie angefangen, über Katzenrassen zu lesen. Ich hätte mich nie über unehrliche Webseiten geärgert. Ich hätte nie ein Notizbuch gefüllt.
Ich habe ihm das gesagt. Er hat gegähnt und sich auf die Tastatur gelegt.
Die Sommerfrisur
Ende Mai hatte Bruno sein Winterfell abgelegt und sah plötzlich schmal aus. Die Halskrause war weg, die Hosen kürzer, der Schwanz weniger buschig. Wer ihn nur im Winter kennt, würde ihn kaum wiedererkennen. Bei Halblanghaarkatzen ist dieser Unterschied besonders deutlich. Wie man das Fell durch den Wechsel begleitet, steht im Ratgeber Fellpflege bei Langhaarkatzen.
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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.
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