Bruno: 2 Jahre und 3 Monate alt

Das Balkonprojekt: Wie aus einem Balkon ein Katzenparadies wurde

Seit zwei Jahren hat Bruno einen gesicherten Balkon. Im Frühling 2022 habe ich beschlossen: Daraus machen wir ein Paradies. Ein richtiges Katzenreich, mit allem, was ein Kater braucht, der die Welt am liebsten von oben beobachtet.

Der Umbau

Das Katzennetz blieb natürlich – es ist das Wichtigste überhaupt. Dazu kamen: ein Liegeplatz im Schatten mit einem wetterfesten Kissen, ein Balkonkasten nur mit Katzengras, ein Kletterbrett an der Wand, von dem er über die Brüstung schauen kann, und ein Hocker an der Ecke, die morgens zuerst Sonne bekommt.

Bruno durfte das Ergebnis an einem Samstagmorgen einweihen. Er hat jede Ecke inspiziert, am Katzengras geknabbert, sich auf das Kissen gelegt, die Augen geschlossen und die Ohren nach den Vögeln gedreht. Ein Balkon nur für ihn. Er war zufrieden. Ich auch.

Wie man ein Netz sicher anbringt und worauf es bei der Montage ankommt, steht im Artikel Katzennetz für Balkon und Fenster. Und welche Pflanzen auf einen Katzenbalkon dürfen – und welche nicht –, erklärt der Ratgeber Giftige Pflanzen.

Bruno, der Gärtner

Ich habe wieder Tomaten gepflanzt – diesmal natürlich mit Pflanzclips statt Schnur. Bruno hat die ganze Zeit neben mir gesessen und jede Bewegung kontrolliert. Er hat sich auch persönlich um die Erde im Topf gekümmert. Mit allen vier Pfoten. Er hat gegraben, als würde er einen Schatz suchen. Danach war ein Fußbad fällig, das er mit größter Empörung über sich ergehen ließ.

Seitdem stehen die Tomaten in Töpfen mit einer Schicht großer Kieselsteine obendrauf. Bruno findet das langweilig. Genau richtig.

Die Insektenjagd

Mit dem Sommer kamen die Fliegen, und Bruno gab alles. Er springt, schnappt, klatscht mit den Pfoten in die Luft – und trifft nie. Einmal hat er sich so verbissen auf eine Schwebfliege konzentriert, dass er rückwärts in den Katzengraskasten gefallen ist. Er hat sich umgesehen, ob es jemand gesehen hat. Ich habe weggeschaut. Es gibt Dinge, die ein Kater nicht wissen muss.

Das Netz hält ihn sicher. Ohne Netz wäre so eine Insektenjagd auf dem Balkon lebensgefährlich – Katzen stürzen dabei erschreckend oft ab, weil sie im Jagdfieber vergessen, wo sie sind.

Der Fellwechsel-Tsunami

Im April der Fellwechsel. Dieses Jahr besonders heftig. Ich bürste, ich sauge, ich bürste, ich sauge. Allein an einem Abend habe ich genug Wolle für eine zweite Katze aus der Bürste geholt. Die Malzpaste hilft gegen Haarballen, und Bruno liebt sie. Er glaubt, es sei ein Leckerli.

Ein neues Lieblingswort

Und Bruno hat ein Wort gelernt: „Leckerli“. Egal wie leise ich es sage, egal in welchem Zusammenhang, egal in welchem Zimmer er gerade schläft – nach drei Sekunden steht er neben mir. Ich buchstabiere es jetzt: L-E-C-K-E-R-L-I. Er hat gerade die Ohren gedreht. Ich glaube, er lernt auch das. Wie viele Leckerli am Tag in Ordnung sind, steht im Artikel Leckerli für Katzen.

Zwei Jahre Zuhause

Am 16. Mai habe ich ein Foto gemacht – an derselben Stelle wie am Einzugstag, auf derselben Decke. Damals: winzig, verunsichert, große Ohren. Heute: ein stattlicher Kater, der sich auf der Decke räkelt, als hätte er sie erfunden. Und der danach auf seinen Balkon marschiert, um nachzusehen, ob die Fliegen zurückgekommen sind.

Passend dazu auf miauzoo

Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.

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