Katzen putzen sich ausgiebig selbst, doch bei langem, dichtem Fell stoßen sie an ihre Grenzen. Besonders Rassen mit viel Unterwolle verfilzen schnell, wenn niemand hilft. Verfilzungen ziehen an der Haut, sind schmerzhaft und können zu Entzündungen führen. Mit dem richtigen Werkzeug und etwas Routine wird die Pflege zum entspannten Ritual.
Wie oft muss gekämmt werden?
| Felltyp | Beispiele | Pflege im Alltag | Im Fellwechsel |
|---|---|---|---|
| Langhaar mit viel Unterwolle | Perser, Himalayan | Täglich | Täglich und gründlich |
| Halblanghaar, dichte Unterwolle | Maine Coon, Norwegische Waldkatze, Sibirische Katze | Zwei- bis dreimal pro Woche | Täglich |
| Halblanghaar, wenig Unterwolle | Heilige Birma, Ragdoll, Türkisch Angora | Ein- bis zweimal pro Woche | Zwei- bis dreimal pro Woche |
Wie pflegeintensiv eine Rasse ist, siehst du im Steckbrief unter „Pflegeaufwand“. Unsere Themenseite Langhaarkatzen zeigt alle Rassen mit langem und halblangem Fell.
Das richtige Werkzeug
- Grober Metallkamm: Das wichtigste Werkzeug. Er kommt durch die Unterwolle bis zur Haut und findet Knoten früh.
- Feiner Kamm: Für den Feinschliff an Gesicht, Bauch, Achseln und „Hosen“.
- Weiche Bürste: Entfernt lose Haare an der Oberfläche und verteilt Hautfett – gut für den Abschluss.
- Entfilzungskamm: Mit Klingen für kleine Knoten. Vorsichtig und nur in Wuchsrichtung verwenden.
- Unterwollrechen: Hilfreich im Fellwechsel bei sehr dichtem Fell, aber nicht zu fest aufdrücken.
So geht die Pflege Schritt für Schritt
- Ruhiger Moment: Starte, wenn deine Katze entspannt ist, etwa nach dem Essen oder Spielen.
- Angenehme Stellen zuerst: Beginne an Rücken und Wangen, wo sie gern gestreichelt wird.
- Abschnittsweise kämmen: Arbeite dich mit dem groben Kamm durch das Fell, Strähne für Strähne bis zur Haut.
- Problemzonen: Hinter den Ohren, unter den Achseln, am Bauch, an den Hinterbeinen und am Halskragen bilden sich die meisten Knoten.
- Festhalten: Halte das Fell an der Wurzel fest, wenn du einen Knoten löst, damit es nicht an der Haut ziept.
- Belohnen: Beende jede Einheit mit einem Leckerli, bevor deine Katze genug hat.
Gewöhnung bei Kitten und skeptischen Katzen
Halte die ersten Einheiten sehr kurz – ein, zwei Minuten reichen. Lass die Katze Kamm und Bürste vorher beschnuppern, und belohne jeden ruhigen Moment. Lieber jeden Tag kurz als einmal pro Woche ein Kampf.
Verfilzungen lösen
Kleine Knoten lassen sich oft mit den Fingern auseinanderzupfen und dann vorsichtig auskämmen. Ein Entfilzungskamm hilft bei hartnäckigeren Stellen. Bei großen Filzplatten ist Vorsicht geboten:
Nicht selbst schneiden!
Katzenhaut ist sehr dünn und liegt bei Filz oft direkt an. Schnitte mit der Schere führen schnell zu Verletzungen. Große Filzplatten, verfilzte Stellen am Po oder gerötete, nässende Haut darunter gehören zur Tierarztpraxis oder zu einem erfahrenen Katzen-Groomer. Manchmal ist eine Schur unter leichter Sedierung die schonendste Lösung.
Augen, Ohren und Krallen
Bei Persern und anderen Rassen mit kurzer Nase gehört die tägliche Reinigung der Augenwinkel mit einem weichen, angefeuchteten Tuch zur Routine, weil Tränenflüssigkeit schlecht abfließt. Kontrolliere bei der Fellpflege auch Ohren und Krallen. Bei Langhaarkatzen lohnt es sich, das Fell um den Po und zwischen den Zehenballen etwas kürzer zu halten – das übernimmt bei Unsicherheit ebenfalls die Tierarztpraxis oder ein Groomer.
Fellpflege und Haarballen
Beim Putzen schluckt jede Katze Haare, die meist mit dem Kot ausgeschieden werden. Langhaarkatzen nehmen deutlich mehr auf. Regelmäßiges Kämmen ist die beste Vorbeugung gegen Haarballen. Ergänzend können Katzengras und spezielles Futter helfen. Mehr dazu im Ernährungsratgeber Haarballen vorbeugen.
Häufige Fragen
Darf man Langhaarkatzen baden?
Normalerweise ist das nicht nötig. Bei starker Verschmutzung oder auf tierärztlichen Rat kannst du ein mildes Katzenshampoo verwenden und die Katze danach gründlich trocknen. Menschenshampoo ist ungeeignet.
Soll ich meine Langhaarkatze im Sommer scheren?
Eine Schur ist kein Hitzeschutz, denn das Fell isoliert auch gegen Wärme. Sie ist nur sinnvoll, wenn das Fell stark verfilzt ist oder die Katze sich nicht mehr selbst pflegen kann.
Warum verfilzt meine Katze plötzlich viel stärker?
Oft putzt sie sich weniger, etwa wegen Übergewicht, Arthrose, Zahnschmerzen oder Krankheit. Wenn sich das Pflegeverhalten ändert, lass das tierärztlich abklären.
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Quellen und weiterführende Infos
Dieser Artikel wurde von der miauzoo-Redaktion sorgfältig recherchiert. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung.
Passend für: Norwegische Waldkatze, Neva Masquerade, Himalayan, Perser, Maine Coon
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