Wenn man eine Wohnung kittensicher machen will, muss man sie aus Kittenhöhe ansehen. Also bin ich an einem Samstag im April auf Knien durch alle Zimmer gekrochen. Mein Nachbar hat mich durchs Fenster gesehen und, wie er mir später gestand, kurz überlegt, ob er den Notarzt rufen sollte.
Aus 25 Zentimetern Höhe sieht die Welt komplett anders aus. Plötzlich gibt es überall Kabel, Spalten hinter Schränken, Schnüre an Rollos und kleine Dinge unter dem Sofa, von denen ich nicht wusste, dass sie existieren. Ich habe einen Legostein gefunden. Ich besitze keine Legosteine.
Kabel: die Spaghetti des Kittens
Kitten kauen auf allem herum, was nach Spaghetti aussieht. Ein Biss in ein Kabel unter Strom kann schwere Verbrennungen im Maul verursachen. Ich habe alle Kabel hinter Möbel verlegt oder in Kabelkanäle gesteckt. Ladekabel kommen seitdem in eine Schublade, wenn ich sie nicht brauche. (Mehr dazu, wie Bruno trotzdem eins fand, in einem späteren Eintrag.)
Kippfenster: die unterschätzte Gefahr
Das war für mich die größte Überraschung. Gekippte Fenster sind für Katzen eine Falle: Sie versuchen, durch den Spalt zu klettern, rutschen nach unten und klemmen sich ein. Tierärzte nennen das „Kippfenstersyndrom“, und die Folgen reichen bis zu Lähmungen. Ich habe für jedes Fenster einen Schutz gekauft, der sich ohne Bohren anbringen lässt. Welche Lösungen es gibt, steht in der Kaufberatung Kippfensterschutz.
Der Balkon bekam ein Katzennetz. Mein Vermieter fand das eine gute Idee, nachdem ich ihm versprochen hatte, nicht zu bohren. Wie man so ein Netz anbringt, erklärt der Artikel Katzennetz für Balkon und Fenster.
Pflanzen, Putzmittel und Kleinkram
Meine Osterlilie habe ich schweren Herzens verschenkt. Lilien sind für Katzen hochgiftig – schon Blütenstaub, den sich eine Katze aus dem Fell leckt, kann die Nieren schädigen. Auch meine geliebte Dieffenbachie musste ins Büro umziehen. Welche Pflanzen gefährlich sind und welche du bedenkenlos behalten kannst, steht im Ratgeber Giftige Pflanzen für Katzen.
Weitere Punkte auf meiner Liste:
Putzmittel in den oberen Schrank, Waschmaschine und Trockner immer schließen und vor dem Starten reinschauen, Toilettendeckel runter, Gummibänder, Haargummis und Fäden weg. Und das Bügelbrett – das wird später eine eigene Geschichte.
Das Startzimmer
Für die ersten Tage habe ich mein Arbeitszimmer zum „Startzimmer“ gemacht: Katzenklo in einer Ecke, Futter und Wasser in der anderen, ein Kratzbaum, ein Versteck und eine Decke, die ich beim letzten Besuch bei der Züchterin dagelassen hatte. Sie riecht nach Mama und Geschwistern. Ein kleiner, überschaubarer Raum gibt Kitten Sicherheit – die große weite Wohnung kommt später. Warum das so gut funktioniert, erklärt der Ratgeber Kitten eingewöhnen.
Wo Klo und Kratzbaum stehen, ist übrigens nicht egal: Katzen wollen nicht neben ihrer Toilette essen, und der Kratzbaum gehört dorthin, wo sie sich gern strecken. Mehr dazu im Artikel Katzenklo und Kratzbaum richtig aufstellen.
Was ich trotzdem übersehen habe
Ich dachte, ich hätte alles bedacht. Ich hatte nicht bedacht, dass ein Kitten sich in einem Spalt von vier Zentimetern verstecken kann. Oder dass man auf ein Bücherregal klettern kann, wenn man fest genug daran glaubt. Aber das wusste ich am 11. April noch nicht. Fünf Wochen später sollte ich es lernen.
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Bruno ist eine Heilige Birma. Blaue Augen, weiße Pfoten, viel Gelassenheit – alles über die Rasse im Steckbrief und bei den Birma-Kitten.
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